Wetteraussichten für Montag: Auf Schnee folgen Eis und Glätte

Datum11.01.2026 19:48

Quellewww.spiegel.de

TLDRNach dem Sturmtief "Elli" droht erneut Wetterchaos durch Gefrierregen, der glatte Straßen und Glatteis verursachen könnte. Für mehrere Bundesländer, darunter Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, wurden Unwetterwarnungen ausgegeben, und der Schulunterricht fällt in diesen Regionen aus. Die Deutsche Bahn meldet nur kleinere Einschränkungen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder empfiehlt Vorsicht beim Fahren. Am Wochenende kam es zu Glätte-Unfällen, darunter ein tödlicher Unfall in Nordhessen. In den kommenden Tagen wird ein Abflauen des Winterwetters erwartet.

InhaltSturmtief "Elli" ist überstanden, die Bahn fährt weitgehend wieder. Doch über Nacht naht neue Wettergefahr: Gefrierende Niederschläge könnten für spiegelglatte Straßen sorgen. Mancherorts fällt der reguläre Schulunterricht aus. Nach dem sonnigen Sonntag droht schon in der Nacht neues Wetterchaos. Von Westen her bringt Tief "Gunda" Schnee und später Regen, der bei eisigen Temperaturen in der Luft oder auf dem Boden gefriert, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Folge sei "eine überregional unwetterartige Glatteis-Lage", sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter. Der ADAC empfahl, auf unnötige Autofahrten zu verzichten. Gerade bei Blitzeis solle man das Auto lieber stehen lassen, warnte ein ADAC-Sprecher. Für mehrere Bundesländer gab der DWD eine Unwetterwarnung wegen Glatteis aus. Die zweithöchste Warnstufe des Wetterdienstes gilt für große Teile von Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, mehrere Regionen in Baden-Württemberg, ganz Bayern, die Westhälfte Thüringens und den südwestlichen Teil von Sachsen-Anhalt ausgegeben. (Hier die aktuelle Warnkarte mit Suchmöglichkeit  ). Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) mahnte Autofahrer und Fußgänger zu weiterer Vorsicht. Nach Sturmtief "Elli" sei "die Gefahr noch nicht ganz vorbei", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Jetzt werden wir Tauwetter haben. Es wird Regen fallen auf gefrorenen Boden." Es könne daher am Montag und Dienstag auch "zu gefährlichem Glatteis kommen". Im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen bleiben die Schulen am Montag wegen der Glatteis-Gefahr im Distanzunterricht. Es werde lediglich eine Notbetreuung angeboten, teilte die Landesregierung mit. "Die Gesundheit und Sicherheit unserer Schülerinnen und Schüler haben für uns oberste Priorität", erklärte Landesschulministerin Dorothee Feller (CDU) in Düsseldorf. Auch in Niedersachsen und in Bremen fällt der reguläre Schulunterricht am Montag wegen extremer Glätte aus. Alle Landkreise und kreisfreien Städte meldeten entsprechende Ausfälle. Ausnahmen gibt es auf den ostfriesischen Inseln. Die Deutsche Bahn rechnet für Montag nur mit kleineren Einschränkungen durch gefrierenden Regen. Es sei nicht davon auszugehen, dass es erneut so große Probleme wie am Freitag und Samstag geben könnte, sagte der Chef des für die Infrastruktur zuständigen Bahn-Unternehmens DB InfraGo, Philipp Nagl. Die Bahn hatte wegen des Wintersturms "Elli" den Fernverkehr im Norden Deutschlands seit Freitag zeitweise komplett eingestellt. Am Sonntagmittag fuhren rund zwei Drittel des Fernverkehrs der Deutschen Bahn in Norddeutschland wieder normal, wie Bahnchefin Evelyn Palla sagte. "Die großen Hauptachsen sind alle freigeräumt und befahrbar." Im Nahverkehr Schleswig-Holsteins und Niedersachsens bestanden allerdings noch größere Einschränkungen. Fahrgäste sollten sich vorab über ihre Verbindung informieren und prüfen, ob Reisen verschoben werden können, riet die Bahn. Auf den Straßen kam es am Wochenende zu zahlreichen Glätte-Unfällen. In den meisten Fällen blieb es demnach bei leichteren Verletzungen oder Blechschäden. Vereinzelt gab es schwere Unfälle. Bei Korbach in Nordhessen geriet am Samstag ein 27-Jähriger auf glatter Fahrbahn ins Schleudern und prallte in ein entgegenkommendes Auto. Er starb, die Fahrerin des entgegenkommenden Autos wurde schwer verletzt. Auf eine eisige Nacht folgte vielerorts ein traumhafter Wintersonntag mit viel Sonne über den frisch verschneiten Landschaften. Viele Menschen nutzten den schneereichen Sonntag für Ausflüge – für Spaziergänge, zum Rodeln oder zum Ski- und Snowboardfahren. Wer draußen unterwegs war, musste sich aber dick einpacken, denn auch bei Sonnenschein war es vielerorts klirrend kalt. In Berlin warnte die Polizei vor dem Betreten zugefrorener Wasserflächen. Die Ermittler waren am Wochenende mit einem Hubschrauber in der Rummelsburger Bucht und am Zeuthener See im Einsatz, um Menschen vom Eis zu bekommen, wie ein Polizeisprecher sagte. An der Lohmühlenbrücke, die die Stadtteile Neukölln und Treptow verbindet, soll eine Person ins Eis eingebrochen sein, sich aber selbst gerettet haben, wie der Polizeisprecher sagte. Mit dem sonnigen Winterwetter ist es nun vorbei. Regional kann es nach der DWD-Prognose vor allem in Bayern und im Osten noch bis in den Dienstag hinein gefrierenden Regen geben. "Am Mittwoch tagsüber hat sich der Winter so weit aus Deutschland verabschiedet und die Brechstange wieder eingepackt", sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter. Richtiges Winterwetter sei dann vorerst nicht mehr in Sicht.