Datum11.01.2026 18:03
Quellewww.zeit.de
TLDRLawinen entstehen, wenn instabile Schneeschichten an steilen Hängen brechen und talwärts stürzen. Am Wochenende forderten solche Abgänge in den französischen Alpen mehrere Todesopfer. Entscheidend für die Gefahr ist die Schichtung des Schnees, nicht die Menge. Selbst geringe Mengen können durch zusätzliche Belastungen ins Rutschen kommen. Temperaturanstiege und Regen können die Schneestabilität ebenfalls verringern. Das Phänomen umfasst verschiedene Lawinenarten, darunter Schneebrett- und Lockerschneelawinen, die beide erhebliche Gefahr darstellen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Naturphänomen“. Lesen Sie jetzt „Wie Lawinen entstehen – und was sie so gefährlich macht“. Lawinen entstehen, wenn instabile Schneeschichten an steilen Hängen brechen und dann mit hoher Geschwindigkeit talwärts stürzen. Solche Abgänge forderten am Wochenende mehrere Todesopfer in den französischen Alpen. In verschiedenen Orten der Region Savoyen wurden Skifahrer unter Schneedecken verschüttet, wie französische Medien berichteten. Auch in Österreich gab es Verletzte. Entscheidend ist bei dem Phänomen allerdings nicht die Gesamtmenge an Schnee, sondern dessen Schichtung, wie der Deutsche Alpenverein (DAV) erklärt. Selbst vergleichsweise geringe Schneemengen stellen eine Gefahr dar, wenn ein festes Schneebrett auf einer schwachen, schlecht verfestigten Schicht liegt. Das kann durch unterschiedliche Schneefälle, Temperaturen oder Wind passieren. Bereits kleine Zusatzbelastungen, etwa durch Wintersportler oder frischen Neuschnee, können dann nach Angaben des DAV die gesamte Struktur ins Rutschen bringen. Diese bis zu mehrere 100 Meter breiten Schneebrettlawinen sind die häufigsten und gefährlichsten. Auch Temperaturanstiege oder Regen können laut Lawinenwarndienst Bayern Schwachschichten, also mechanisch schwache Schichten, aufweichen und damit die Schneestabilität erheblich verringern. Das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung nennt weitere Lawinenarten: Lockerschneelawinen weisen demnach einen punktförmigen Anriss auf. Gleitschneelawinen entstehen spontan auf glattem Untergrund. Nassschneelawinen treten bei durchfeuchtetem Schnee auf. Sehr große Schneebrettlawinen können sich zudem zu Staublawinen entwickeln. Das sind schnelle Schneestaubwolken mit enormer Wucht. © dpa-infocom, dpa:260111-930-529977/1