Tageslichtlampen fürs Homeoffice: Mit passendem Licht fit und munter durch den Winter

Datum11.01.2026 17:02

Quellewww.spiegel.de

TLDRTageslichtlampen sind eine effektive Lösung für das Homeoffice im Winter, da sie das Wohlbefinden und die Produktivität steigern. Ausreichende Beleuchtung von mindestens 500 Lux und flimmerfreies Licht vermindern Augen- und Kopfschmerzen, die durch falsche Lichtverhältnisse entstehen können. Tageslichtlampen sollten über 2500 Lux bieten und idealerweise morgens genutzt werden. Zudem ist es wichtig, auf Farbtemperatur (zwischen 3300 und 5500 Kelvin) und Farbwiedergabe (Ra-Wert über 90) zu achten, um in Videokonferenzen frisch und natürlich zu erscheinen.

InhaltDraußen ist es dunkel, drinnen flimmert der Monitor – das trübt die Stimmung und die Produktivität. Mit den richtigen Lampen fürs Homeoffice kommt man fit und munter durch den Winter Das Sonnenlicht ist warm, hell und im Winter leider selten da. Da Winterschlaf keine Option ist, muss Ersatz her. Mit der richtigen Beleuchtung bleiben Sie im Homeoffice frisch und munter, sehen in Videokonferenzen natürlich statt blass und grau aus und fühlen sich in der dunklen Jahreszeit insgesamt besser. Durch ausreichende Helligkeit und flimmerfreies Licht ermüden weder die Augen noch der Kopf zu schnell. Und wenn der Winterblues zuschlägt, kann eine Tageslichtlampe dagegen helfen. Ausgabe 1/2026  Lesen: Testangebot von "c't"  Weiterführende Links: Diplomatie im Holodeck: Wie Star Trek das Zusammenleben mit Naniten, Robotern und Hologrammen auslotet  Podcast "They Talk Tech"  Im Arbeitszimmer, in der Küche und im Bad liegt die empfohlene Beleuchtungsstärke mit 500 oder mehr Lux deutlich über der im Wohn- oder Schlafzimmer. Obwohl das Arbeitszimmer auf den ersten Blick auch bei deutlich weniger als 500 Lux hell genug zu sein scheint, ermüden die Augen in zu dunklen Räumen besonders bei filigranen Arbeiten viel schneller. Die Beleuchtungsstärke hängt von der Position der Lichtquelle ab und davon, wie sie das Licht bündelt. Ein Spot mit einem Lichtstrom von 1000 Lumen direkt über dem Schreibtisch sorgt für einen ausreichend hellen Arbeitsplatz, ein 1000-Lumen-Rundstrahler ohne Reflektor als Deckenleuchte hingegen nicht. Allerdings sollte auch die Umgebung beim Arbeiten nicht dunkel sein, weil starke Helligkeitsunterschiede die Augen belasten: Sie müssen sich dann jedes Mal neu adaptieren, wenn der Blick vom Bildschirm ins Zimmer schweift. Der notwendige Gesamtlichtstrom aus Grund- und Arbeitsplatzbeleuchtung liegt deswegen bereits in kleineren Arbeitsräumen bei 3000 oder mehr Lumen, was in der Größenordnung auch für die Küche gilt. Die gesamte Lichtmenge, die eine Lampe abgibt, misst man in Lumen. Wie viel Licht eine Fläche erreicht, misst man dagegen in Lux; 1 Lux entspricht 1 Lumen pro Quadratmeter. Strahlt ein Leuchtmittel mit 1000 Lumen das Licht gleichmäßig in alle Richtungen ab, ergeben sich dadurch 80 Lux in einem Meter Abstand. Das ist jedoch nur der direkte Anteil, in der Praxis kommt noch das zum Beispiel von den Wänden und der Decke zurückgeworfene Licht hinzu. Eine Beleuchtungsstärke von 500 Lux reicht für Videokonferenzen aus. Viel stärkere Beleuchtung führt zu harten Schatten, vor allem wenn die Lichtquelle klein ist. Dreht man die Tischleuchte zum Beispiel zu einer weißen Zimmerwand neben dem Schreibtisch oder zur weißen Decke statt zum Gesicht, wird das direkte grelle, harte Licht zu reflektiertem weichen. Die Lichtquellen platziert man am besten nicht hinter sich, sonst sehen die Gesprächspartner im schlimmsten Fall lediglich eine dunkle Silhouette. Das Licht sollte neutralweiß sein und eine gute Farbwiedergabe haben, dann wirkt das Gesicht frisch und natürlich. Die Leuchtmittel sollten flimmerfrei sein, denn auch das fürs Auge unsichtbare Flimmern kann zu Bildstörungen wie flackernden Streifen in der Videokonferenz führen. Wer großen Wert auf optimale Ausleuchtung legt, holt sich eine spezielle Videoleuchte  , die durch ihre größere Leuchtfläche angenehm weiches Licht spendet. In den folgenden beiden Abschnitten erläutern wir, anhand welcher Kennzahlen man erkennt, ob sich ein Leuchtmittel für die gewünschte Anwendung eignet. Spricht man von natürlichem Licht, ist ein Licht gemeint, welches dem Sonnenlicht ähnelt: Die Farben kommen gut zur Geltung und sind unverfälscht. Zunächst geht es dabei um die Farbtemperatur – wie warm oder kalt sich das Licht anfühlt. Man gibt sie in Kelvin an: Je höher der Kelvin-Wert, umso kühler wirkt das Licht. Die Lichtfarbe geht auf den sogenannten schwarzen Strahler zurück und steht im Gegensatz zu unserem natürlichen Temperaturverständnis, bei dem wir Rot mit Wärme und Blau mit Kälte assoziieren. Licht mit einer Farbtemperatur von 2700 Kelvin bezeichnet man als warmweiß, 4000 Kelvin als neutralweiß und 6500 Kelvin als kaltweiß, Licht über 9000 Kelvin wirkt sehr kühl. Zum Vergleich: An einem sonnigen Tag liegt die Farbtemperatur im Freien bei etwa 5500 Kelvin, an einem trüben Tag bei 7000 oder mehr. Weißes Licht setzt sich aus vielen Lichtfarben zusammen, man spricht von der spektralen Zusammensetzung. Wenn einige wenige Farben im Spektrum fehlen, hat das kaum Einfluss auf die Farbtemperatur, dafür aber darauf, ob ein knallroter Apfel wirklich knallrot oder lediglich blassrot aussieht. Im Sonnenlicht sind alle Farben vertreten. Im Licht einer billigen LED wirkt vor allem das Rot gedeckter. Die Hersteller führen in den Datenblättern die Farbwiedergabe als CRI beziehungsweise als Ra auf. Beide Größen bedeuten das Gleiche: CRI steht für Colour Rendering Index, also Farbwiedergabeindex. Die deutsche Entsprechung Ra bedeutet Referenzindex allgemein. Der allgemeine Referenzindex ist dabei ein einfacher Mittelwert daraus, wie natürlich acht Testfarben – R1 bis R8 – im Licht erscheinen. Der Maximalwert liegt bei 100, wie beim Sonnenlicht, Werte von 90 oder mehr deuten bereits auf eine gute Farbwiedergabe hin. Die Testfarben sind aber nur bedingt repräsentativ für das Lichtspektrum. Deswegen geben die Hersteller oft zusätzlich den R9-Wert an: sattes Rot. Soll der knallrote Apfel natürlich aussehen, muss das Licht einen R9-Wert von mindestens 50 haben. Der Farbwiedergabeindex bezieht sich dabei immer auf die konkrete Farbtemperatur, somit kann sowohl warm- als auch kaltweißes Licht einen Ra-Wert von bis zu 100 haben. Man findet LED-Lampen mit Ra-Werten von 95 oder höher für teils unter 10 Euro. Legt man einen besonders großen Wert auf die Farbtreue, sollte man explizit nach Leuchtmitteln für Museen, Kunstgalerien oder Fotoateliers suchen. Die Ökodesign-Verordnung der EU legt die Anforderungen an Lichtquellen fest, unter anderem auch für die Beleuchtung in Wohnräumen. Nach der Verordnung müssen solche Lichtquellen einen Ra-Wert von mindestens 80 haben. Diesen Wert findet man auch in vielen LED-Datenblättern. Auch wenn die tatsächlichen Ra-Werte der Produkte über 80 liegen, gibt diese Angabe den Herstellern einen Puffer nach unten, falls sie zum Beispiel ihre Produktionsprozesse umstellen möchten. Viele LED-Leuchtmittel flimmern. Der Grund dafür liegt in der Ansteuerung des LED-Chips durch den LED-Treiber. Wenn die LED-Treiber den Wechselstrom aus dem Netz nicht in konstanten Gleichstrom umwandeln, wie LED-Chips ihn benötigen, verursacht das Flimmern. Die Flimmerfrequenz entspricht in der Regel der doppelten Netzfrequenz – in Europa 100 Hertz. In einer unbewegten Umgebung nimmt das menschliche Auge so hohe Frequenzen jedoch nicht als Flimmern wahr. Doch auch nicht sichtbares Flimmern führt bei empfindlichen Menschen zu Kopfschmerzen und trockenen Augen. Wenn sich Objekte im Sichtfeld bewegen, treten selbst bei deutlich höheren Frequenzen Stroboskopeffekte auf: Sich schnell drehende Teile sind scheinbar unbewegt oder viel langsamer. In der Praxis bewertet man das Flimmern vor allem durch zwei Kennwerte: PstLM (Perception of short-term Light Modulation) und SVM (Stroboscopic Visibility Measure). PstLM beschreibt das Flimmern bei Frequenzen unterhalb von 80 Hertz, SVM bei Frequenzen zwischen 80 und 2000 Hertz. Ein PstLM-Wert von 1 bedeutet laut Ökodesign-Verordnung, dass ein "durchschnittlicher Beobachter das Flimmern mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % erkennt". SVM = 1 ist laut der Verordnung die Sichtbarkeitsschwelle für einen "durchschnittlichen Beobachter". Die Verordnung legt fest, dass LED-Lichtquellen bei voller Helligkeit PstLM-Werte von höchstens 1 und SVM-Werte von höchstens 0,4 haben dürfen. Die Grenzwerte gelten zum Beispiel für Lichtquellen im häuslichen Bereich. Sind im Datenblatt die PstLM- und SVM-Werte mit jeweils 0,1 oder niedriger angegeben, handelt es sich um praktisch flimmerfreie LEDs. Überprüfen kann man das zum Beispiel anhand von Bildstörungen in Videoaufnahmen. Per Pulsweitenmodulation (PWM) gedimmte Lampen flimmern zusätzlich bei reduziertem Lichtstrom. Bei diesem Verfahren schaltet die Elektronik LEDs mehrmals pro Sekunde aus und wieder ein, in den Hellphasen leuchtet die Lampe dabei mit 100 Prozent und in den Dunkelphasen gar nicht. Im Mittel ergibt sich daraus die reduzierte Helligkeit. Die Taktfrequenz ist in der Regel hoch genug, um nicht als sichtbares Flimmern wahrgenommen zu werden, aber nicht immer hoch genug, um die Stroboskopeffekte, Kopfschmerzen und trockene Augen zu vermeiden. Per Konstantstromregelung (CCR) gedimmte Leuchten sind hingegen flimmerfrei, da der Strom und die Helligkeit nicht schwanken. Auch wenn die Innenbeleuchtung ein Spektrum hat, welches dem Sonnenlicht ähnelt, kann sie in puncto Beleuchtungsstärke in der Regel nicht mithalten. An einem sonnigen Sommertag liegt die Beleuchtungsstärke im Freien bei rund 100.000 Lux, an trüben Wintertagen immer noch bei etwa 2000 bis 4000 Lux, in einem Büroraum aber selten über 1000. Die Beleuchtungsstärke reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen und ein Lichtmangel kann zum Winterblues führen. Leidet man darunter, reicht die übliche Innenraumbeleuchtung nicht aus. Zum einen wegen zu niedriger Beleuchtungsstärke, zum anderen, da der Blaulichtanteil, der den Menschen wachhält, im warm- oder neutralweißen Licht niedrig ist. Tageslichtlampen können gegen den Winterblues helfen, wenn sie in einem Abstand von maximal einer Armlänge zu den Augen Werte von über 2500 Lux erreichen. Das vorzugsweise kaltweiße und flimmerfreie Licht dieser Lampen macht wach und wirkt bei vielen Menschen stimmungsaufhellend. Am besten wirken die Tageslichtlampen nach dem Aufstehen, am Abend sollte man darauf verzichten, um den Schlafrhythmus nicht zu stören. Die über den Tag verteilte Dauer der Anwendung sollte etwa 30 Minuten bis zwei Stunden betragen. Dabei reicht es aus, wenn man nur gelegentlich direkt ins Licht schaut und nebenbei etwas anderes macht, etwa frühstückt, während die Lampe auf dem Tisch steht. Wir haben einige Tageslichtlampen getestet  und können zum Beispiel die TL 45 von Beurer empfehlen. Licht beeinflusst das Wohlbefinden und die Produktivität. Für Büroarbeiten und Videokonferenzen braucht man einen ausreichend hellen Raum. Das bedeutet, dass bereits kleine Räume in der Summe Leuchtmittel mit einem Leuchtstrom von 3000 und mehr Lumen benötigen. Obwohl sich die Augen an weniger Licht anpassen können, ermüden sie in zu dunklen Räumen schneller. Flimmerndes Licht kann ebenfalls zu müden Augen und sogar zu Kopfschmerzen führen, sogar wenn man das Flimmern nicht bewusst wahrnimmt. Besonders deutlich zeigt es sich als Bildstörungen während Videokonferenzen. Um das zu vermeiden, sucht man nach Leuchtmitteln mit PstLM- und SVM-Werten von jeweils 0,1 oder niedriger. Sowohl beim Arbeiten als auch für Videokonferenzen eignet sich neutralweißes Licht mit Farbtemperaturen zwischen 3300 und 5500 Kelvin besonders gut. Zusätzlich zu der Farbtemperatur ist eine gute Farbwiedergabe wichtig. Gute Werte sind Ra von mindestens 90 und R9 von mindestens 50, wie man sie in den Datenblättern nachlesen kann. Leidet man unter Lichtmangel im Winter, kann einfache Innenbeleuchtung das nicht kompensieren. In solchen Fällen können Tageslichtlampen helfen.