Datum11.01.2026 15:48
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn der heutigen Kölner "Tatort"-Folge mit dem Titel "Die Schöpfung" ermitteln die Kommissare Schenk und Ballauf nach dem Mord an der Waffenmeisterin der Oper. Die Leiche wird spektakulär inszeniert, während das Produktionsteam zwischen opernhaftem Glanz und lautem Chaos agiert. Parallel wird ein selbstverfasstes Libretto mit Death-Metal-Elementen erarbeitet, das die Opernwelt humorvoll thematisiert. Die Episode kombiniert klassische Musik und modernes Kunstverständnis und erhält eine Bewertung von 8 von 10 Punkten.
InhaltEs singt die Lerche, es grunzt das Schwein: Schenk und Ballauf ermitteln in der Oper und werden mit Haydn und Death Metal beschallt. Ein "Tatort" zwischen Kunst und Krawall. Das Szenario: Schöner sterben. An der Kölner Oper wurde die Waffenmeisterin mit einer Pistole aus der eigenen Requisitensammlung erschossen – und die Leiche danach ästhetisch im Kleid der Königin der Nacht aus "Die Zauberflöte" im Bühnenbereich drapiert. Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) ermitteln danach unter Haarkünstlerinnen, Kostümbildnerinnen und Technikerinnen, die alles geben, um im Produktionschaos den schönen Schein auf die Bühne zu zaubern. Ein Kraftakt, der alle Beteiligten durch die Situation an der Kölner Oper noch mal besonders fordert, denn seit zehn Jahren residiert sie an der Interimsspielstätte in Köln-Deutz, während im Haupthaus am Offenbachplatz weiter Bauarbeiter lärmen. Der Clou: Hör mal, wer da hämmert! Dieser Backstagekrimi taucht tief in die Gewerke der Opernwelt hinab: Wunderbar, wie sich hier der Gesang der probenden Sopranistinnen, Bässe und Tenöre mit dem geschäftigen Krach jener Arbeiterinnen und Arbeiter vermischt, ohne deren Wirken der Singspiel-Illusionismus in sich zusammenfallen würde. Das Bild: Metal-Horror trifft Opern-Pomp. Parallel zum offiziellen Premierenprogramm probt eine kleine Gruppe ein selbst verfasstes Libretto, bei dem Countertenor-Arien mit Death-Metal-Riffs kombiniert werden. Der Titel: "Das Schwein grunzt, als die Königin erschossen wird". Der Auftritt: Katja Bürkle als Hausmeisterin Eva Krüger. Wie ein Mensch gewordenes Multitool schraubt, klebt und bastelt sie sich durchs Opern-Provisorium. Einmal sieht man, wie sie mit einer Art motorisierten Wohnzimmercouch über den Theaterhinterhof rast. Die Musik: Joseph Haydns "Die Schöpfung" . Eine Sängerin probt ein Solo aus Oratorium und singt frohgemut: "Den Morgen grüßt der Lerche frohes Lied / Und Liebe girrt das zarte Taubenpaar". Eine andere Sängerin aus dem Chor holt sich derweil ein Wodkafläschchen aus dem Versteck in einer Klospülung. Wieder andere Künstlerinnen horten Pülverchen gegen die Angst in ihren Spinden. Die Bewertung: 8 von 10 Punkten. Keta und Krawall: ein Opern-"Tatort" für alle, die beim Wort "Bildungsauftrag" Amok laufen. Die Analyse: Lesen Sie bitte hier weiter! "Tatort: Die Schöpfung", Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste Kommissar-Karussell: Alle "Tatort"-Teams im Überblick Daniel Dornhöfer / HR / ARD