Kunstdiebstahl in Paris: Louvre bleibt für Besucher nun doch noch geschlossen

Datum20.10.2025 13:11

Quellewww.spiegel.de

TLDRNach einem spektakulären Kunstdiebstahl bleibt der Louvre in Paris vorerst geschlossen, um Ermittlungen zu erleichtern. Die Täter, die am Sonntagmorgen mit einem Lastenlift in die Apollon-Galerie eindrangen, entkamen mit der Beute auf Motorrollern. Die Fahndung nach vieren Verdächtigen läuft. Gleichzeitig eröffnet gegenüber ein neues Hightech-Museum, die Fondation Cartier, nach umfassender Umgestaltung und zeigt rund 600 Werke von etwa 100 Künstlern. Die Eröffnung ist für den 25. Oktober geplant.

InhaltNach dem spektakulären Coup am Sonntagmorgen sollte der Louvre eigentlich zum Wochenstart wieder öffnen, aber die Ermittlungen gehen vor. Gefahndet wird derweil nach vier Verdächtigen. Nach dem spektakulären Einbruch in den Louvre in Paris bleibt das Museum anders als angekündigt zunächst geschlossen. Wer einen Besuch gebucht habe, erhalte eine Rückerstattung, teilte der Louvre mit. Nach dem Kunstdiebstahl am Sonntagmorgen war das Museum evakuiert und für den Rest des Tages geschlossen worden. Dies sollte unter anderem die Ermittlungen der Polizei in dem riesigen Museum erleichtern. Die Schließung wird nun um einen Tag verlängert. Die Staatsanwaltschaft spricht von vier Tätern. Die Fahndung nach ihnen und ihrer Beute dauert an. Die Tat hatte sich am Sonntag gegen 9.30 Uhr ereignet. Für den nur wenige Minuten dauernden Einbruch nutzten die Täter einen Lastenlift. Mit ihm erreichten sie ein Fenster im ersten Stock, das sie zerbrachen, um in die Apollon-Galerie einzudringen. Die Vitrinen öffneten sie mit Trennschleifern. Sie entkamen auf Motorrollern, ihre Werkzeuge ließen sie zurück. Auf Überwachungskameras fanden sich Bilder von ihnen, die Einbrecher trugen Gesichtsmasken. Der Louvre mit seiner markanten Glaspyramide zählt zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt und war mit fast neun Millionen Menschen 2024 das meistbesuchte Museum der Welt. In ihm ist unter anderem die "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci ausgestellt. Diese war 1911 aus dem Museum gestohlen worden. Das Gemälde wurde Monate später wiedergefunden und befindet sich heute hinter diebstahlsicherem Glas. Ungeachtet des spektakulären Coups eröffnet dieser Tage in nächster Nähe ein Hightech-Museum: Die bekannte Fondation Cartier zeigt ihre zeitgenössischen Schätze nun direkt gegenüber dem Louvre. Nach einer millionenschweren Umgestaltung eröffnet ein Kunsthotspot im historischen Gewand. In bester Lage vereint die Fondation Cartier historische Architektur und moderne Ingenieurskunst. Frankreichs Stararchitekt Jean Nouvel hat das 1855 eingeweihte Gebäude komplett ausgehöhlt. Entstanden ist ein flexibles, dynamisches Museum – laut Stiftung ein "Museum des 21. Jahrhunderts", das zunächst im kleinen Kreis Premiere feiert, bevor sich ab dem 25. Oktober die Türen für die Öffentlichkeit öffnen. Die Kosten der hochmodernen Umgestaltung werden auf mehr als 200 Millionen Euro geschätzt. Die Fondation Cartier, 1984 vom damaligen Cartier-Präsidenten Dominique Perrin gegründet, war die erste private Kunststiftung Frankreichs. Seitdem prägt sie die Pariser Kunstszene mit ihrer Offenheit für zeitgenössische Strömungen. Ihr früherer Sitz, ein legendärer Glaskasten aus Stahl und Glas, wurde mit mehr als 300 Ausstellungen – darunter von Damien Hirst, Ron Mueck und David Lynch – selbst zur Ikone moderner Ausstellungskultur. Zur Eröffnung präsentiert sie rund 600 Werke von etwa 100 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, ein Rückblick auf mehr als vier Jahrzehnte zeitgenössischer Kunstgeschichte.