Aldi Süd streicht Eigenmarken-Fleisch aus unterster Haltungsform

Datum20.10.2025 13:14

Quellewww.spiegel.de

TLDRAldi Süd wird ab Mitte Januar 2026 kein Eigenmarken-Fleisch mehr aus Haltungsform 1, der niedrigsten Stufe für Tierwohl, verkaufen. Dies umfasst Rind, Schwein, Hähnchen und Pute, während Markenartikel und internationale Spezialitäten ausgenommen sind. Der Discounter reagiert auf die steigende Nachfrage nach Fleisch aus höheren Haltungsformen und plant, bis 2030 sein gesamtes Eigenmarkensortiment auf Haltungsstufen 3 und 4 umzustellen. Aktuell stammen über 90 % des Frischfleischs bereits aus diesen höheren Stufen.

InhaltBei Fleisch aus Haltungsform 1 gelten nur die Mindestanforderungen für das Tierwohl. Aldi Süd will bald kein solches Fleisch mehr verkaufen. Die Einschränkung betrifft jedoch nur das Eigenmarkensortiment. Aldi Süd will eigener Aussage nach ein Zeichen für mehr Tierwohl setzen. Der Konzern will kein Eigenmarken-Fleisch aus der untersten Haltungsform-Stufe mehr verkaufen. Das gelte ab Mitte Januar 2026 für Rind, Schwein, Hähnchen und Pute, teilte der Discounter mit. Ausgenommen seien Markenartikel und internationale Spezialitäten. Einem Sprecher zufolge besteht das Sortiment zu 90 Prozent aus Eigenmarken. Dazu, wie hoch der Anteil des Fleisches aus Haltungsform 1 noch ist, machte er keine Angaben. Der Schritt ist dem Händler zufolge in der Branche einzigartig. Die Nachfrage nach Artikeln aus höheren Haltungsformen wachse stetig, sagte die Nachhaltigkeitschefin Julia Adou. Die Kundinnen und Kunden gingen diesen Weg mit. Bei den Eigenmarken sind demzufolge bereits die Hälfte des Frischfleischs sowie mehr als ein Drittel der abgepackten gekühlten Fleisch- und Wurstwaren aus den Haltungsformen 3, 4 und 5. Aldi Süd hat rund 2000 Läden in Süd- und Westdeutschland. Die Haltungsform ist ein freiwilliges Kennzeichnungssystem für Fleisch und verarbeitete Produkte von Schwein, Rind und Geflügel. Es gibt fünf Stufen mit wachsenden Anforderungen an die Tierhaltung – von Stufe 1 "Stall" mit den gesetzlichen Mindestanforderungen bis Stufe 5, die "Bio" entspricht. Die großen Handelsketten wollen bis zum Jahr 2030 das gesamte Frischfleischangebot der Eigenmarken in Deutschland bei Rind, Schwein und Geflügel vollständig auf die höheren Haltungsformstufen 3 und 4 umstellen. Bei Stufe 3 haben Tiere mehr Raum und Frischluft-Kontakt, bei Stufe 4 Auslaufmöglichkeiten im Freien. Bei Schweinefleisch aus dem Kühlregal kamen nach letzten Daten für das Jahr 2023 noch 1,5 Prozent aus der untersten Stufe 1. Von Puten und Hähnchen gab es im Kühlregal der Trägergesellschaft zufolge kein Fleisch aus der untersten Haltungsform mehr. In diesem Bereich dominierte die Stufe 2 ("Stallhaltung Plus") mit Anteilen um die 90 Prozent. Bei Rindfleisch stammten 2023 hingegen noch mehr als drei Viertel aus Stufe 1. Die Formen 3 und 4 machten ein Fünftel aus. Die Daten beziehen sich auf Frischfleisch und Zubereitungen wie Hackfleisch der Eigenmarken, die einen Großteil des Angebots ausmachen.