Welthandel: Ministerin: Mercosur-Deal gut für Thüringen

Datum11.01.2026 13:26

Quellewww.zeit.de

TLDRWirtschaftsministerin Colette Boos-John bewertet das Mercosur-Abkommen als förderlich für Thüringen, trotz existierender Bedenken der Landwirtschaft über Konkurrenz durch günstige südamerikanische Importe. Obwohl einige wettbewerbsverzerrende Aspekte bestehen, werden Importmengen für bestimmte Agrarprodukte begrenzt. Die EU plant, Handelsbarrieren weitgehend abzubauen, was eine neue Freihandelszone mit über 700 Millionen Einwohnern etabliert. Boos-John kündigte eine Delegationsreise nach Südamerika an, um wirtschaftliche Chancen zu erkunden und die Abhängigkeit von traditionellen Handelspartnern zu verringern.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Welthandel“. Lesen Sie jetzt „Ministerin: Mercosur-Deal gut für Thüringen“. Wirtschaftsministerin Colette Boos-John verspricht sich trotz Kritikpunkten positive Impulse für die Wirtschaft durch die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens. "Davon profitieren auch wir in Thüringen", betonte die CDU-Politikerin. Gleichzeitig räumte die auch für das Agrarressort zuständige Ministerin: "Ja, es gibt einige wettbewerbsverzerrende Aspekte für die Landwirtschaft, die mir nicht gefallen. Aber von einer vollständigen Marktöffnung für landwirtschaftliche Produkte sind wir weit entfernt."  Am Freitag hatten in Brüssel ausreichend Vertreter der 27 EU-Länder der Unterzeichnung des Abkommens mit den sogenannten Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay nach vielen Verhandlungsjahren zugestimmt. Die Unterzeichnung soll am kommenden Samstag in Paraguay erfolgen. Die neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern wird laut EU-Kommission die weltweit größte dieser Art sein. Geplant ist, Zölle und Handelsbarrieren zwischen der EU und den Mercosur-Staaten weitestgehend abzubauen.  In Thüringen und andernorts in Deutschland hatten Bauern im Vorfeld der Abstimmung demonstriert. Sie befürchten unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika. Bei den Verhandlungen zum Abkommen habe Nachbesserungen gegeben, hieß es aus dem Ministerium weiter. Diese führten zur Begrenzung der Importmengen südamerikanischer Agrarprodukte wie Fleisch, Käse, Zucker oder Ethanol.  Zudem würden Exporteure bestimmter landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus Europa profitieren. "Sollte sich zeigen, dass Preise in bestimmten Bereichen zu stark unter Druck geraten, dann müssen die Schutzklauseln für die europäische Landwirtschaft noch einmal nachgeschärft werden", so Boos-John. Die Ministerin betonte weiter, dass das Abkommen die wirtschaftliche Abhängigkeit von China und den USA reduziere: "Wir brauchen neue Handelspartner und neue Handelswege." Bei Mercosur gehe es ausdrücklich auch um Zugang zu Rohstoffen wie beispielsweise Lithium ein. In der zweiten Hälfte 2026 plane Thüringen eine Delegationsreise in die Mercosur-Region. Diese solle helfen, auszuloten, welche Möglichkeiten und Anknüpfungspunkte sich für Thüringens Wirtschaft durch das neue Abkommen eröffnen, erklärte die Ministerin. Denn: "Südamerika ist uns in Thüringen außenwirtschaftlich in den letzten Jahren ein wenig aus dem Blick geraten." © dpa-infocom, dpa:260111-930-528796/1