Australien: Extremer Sommer – Waldbrände im Süden, Wassermassen im Norden

Datum11.01.2026 01:12

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Australien herrscht extremer Sommer: Im Bundesstaat Victoria kämpfen Tausende Feuerwehrleute gegen verheerende Buschbrände, die bereits 130 Gebäude und über 300.000 Hektar Wald zerstört haben. Premierministerin Jacinta Allan hat den Notstand ausgerufen. Gleichzeitig bedroht Zyklon "Koji" Queensland mit starken Regenfällen und potenziellen Überschwemmungen. Die Klimakrise verstärkt solche Wetterextreme, was Erinnerungen an die verheerenden Brände des "Schwarzen Sommers" 2019/20 weckt. Ein Regierungsbericht warnt vor weitreichenden Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesellschaft und Wirtschaft Australiens.

InhaltIm australischen Bundesstaat Victoria toben gewaltige Buschfeuer, 130 Gebäude gingen bisher in Flammen auf. Das andere Extrem erlebt Queensland im Norden des Kontinents: Dort rollt Zyklon "Koji" auf die Küste zu. Dieser Sommer ist noch lange nicht vorbei, doch er fordert die Rettungskräfte in Australien schon jetzt bis zum Limit. Im Bundesstaat Victoria wüten derzeit Dutzende Waldbrände. Tausende Feuerwehrleute sind laut örtlichen Medienberichten im Einsatz, um die insgesamt 36 Großfeuer unter Kontrolle zu bringen. "Mindestens 130 Gebäude wurden Opfer der Flammen und mehr als 300.000 Hektar Wald brannten bisher ab", so Jacinta Allan, Premierministerin von Victoria, am Samstag auf Facebook. Ihre Regierung habe für Victoria und die Hauptstadt Melbourne den Notstand ausgerufen und ein totales Feuerverbot erlassen. "Für alle Bezirke wird eine hohe Waldbrandgefahr vorhergesagt. Das bedeutet, dass Brände schnell entstehen und ebenso schnell gefährlich werden können", so Allan. Es werde wahrscheinlich Wochen ​dauern, bis die Feuerwehrleute die Brände unter Kontrolle ‌brächten, sagte ⁠Chris Hardman, der Leiter der Feuerwehr von Victoria. "Diese Brände werden nicht eingedämmt sein, bevor erneut heißes, trockenes und windiges Wetter einsetzt", sagte er dem Fernsehsender ABC. Eine Hitzewelle herrscht in weiten Teilen des fünften Kontinents. In Sydney, der Hauptstadt von New South Wales, wurden am Samstag Temperaturen von mehr als 42 Grad Celsius gemessen. Nach langer Trockenheit brennen in dem Bundesstaat derzeit 48 Buschfeuer. Auch in Westaustralien warnten die Behörden vor einer extremen Waldbrandgefahr. Im tropischen Norden des Bundesstaates Queensland bereiteten sich unterdessen die Menschen am Samstag auf starke Regenfälle und Überschwemmungen durch einen heranziehenden Zyklon vor. Der Sturm "Koji" wird laut Prognosen rund 500 Kilometer nördlich der Großstadt Brisbane auf Land treffen. Besonders das beliebte Urlaubsgebiet Whitsunday Islands dürfte dabei in Mitleidenschaft gezogen werden. Die aktuellen Waldbrände wecken Erinnerungen an das Inferno des "Schwarzen Sommers" 2019/20. Damals brannten rund 19 Millionen Hektar Wald und landwirtschaftliche Nutzflächen nieder. Mehr als 3000 Häuser wurden zerstört, und 33 Menschen kamen ums Leben. In Australien werden Wetterereignisse durch den Klimawandel extremer. Ende November gingen in Queensland nach einem heftigen Frühlingssturm tennisballgroße Hagelkörner nieder, was zu einem Stromausfall für mehr als 95.000 Haushalte führte. Im September 2025 veröffentlichte die Regierung die erste "Einschätzung des nationalen Klimarisikos". Jeder Aspekt des Lebens und jede Region Australiens werde durch den Klimawandel gestört und verändert, hieß es in dem Report. Die Wirtschaft werde von Waldbränden, Dürren, Flutereignissen und Hitzewellen ebenso betroffen sein wie die Nahrungsproduktion, Gesundheit, nationale Sicherheit, Transportwege und Energieversorgung.