Nach Koalitionsbruch: "Putsch von Potsdam": BSW-Chef macht Crumbach Vorwürfe

Datum11.01.2026 11:21

Quellewww.zeit.de

TLDRBSW-Chef Fabio De Masi erhebt schwere Vorwürfe gegen Ex-BSW-Minister Robert Crumbach nach dem Bruch der Brandenburger Koalition zwischen SPD und BSW. De Masi spricht von einem "Putsch von Potsdam" und beschuldigt Crumbach, die Koalition absichtlich untergraben zu haben. Der Konflikt wurde durch Differenzen über Medienstaatsverträge ausgelöst. Die SPD plant nun eine Zusammenarbeit mit der CDU, was De Masi als Verrat am Wählerwillen sieht. Er kündigt eine verstärkte Opposition des BSW an und fordert überparteiliche Kompetenzen in der Regierung.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nach Koalitionsbruch“. Lesen Sie jetzt „"Putsch von Potsdam": BSW-Chef macht Crumbach Vorwürfe“. BSW-Chef Fabio De Masi hat Ex-BSW-Minister Robert Crumbach nach dem Bruch der Brandenburger Koalition schwere Vorwürfe gemacht. "Crumbach und Co. haben den Putsch von Potsdam gegen das BSW schon vor Wochen eingefädelt", sagte De Masi laut einer Mitteilung aus seiner Partei. "Sie haben uns dabei wiederholt bewusst angelogen." Crumbach war vor wenigen Tagen aus der Partei und der Landtagsfraktion ausgetreten. Kurz darauf erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) die Koalition zwischen SPD und BSW für beendet. Sichtbare Risse zwischen dem BSW und Crumbach hatte es bereits vor Monaten gegeben. Auslöser waren zwei Medienstaatsverträge. Die BSW-Fraktion lehnte sie mehrheitlich ab, die BSW-Minister stimmten im Kabinett zuvor aber zu. Seitdem stand Crumbach in der Fraktion in der Kritik.  "Der Konflikt um den Medienstaatsvertrag war nur ein Anlass. Die SPD hatte unsere Kritik akzeptiert, aber Crumbach stellte sich bewusst quer und arbeitete gegen die BSW-Linie", sagte nun De Masi. Der damalige BSW-Finanzminister habe gewollt, dass das BSW die Koalition sprengt. "Wir wollten jedoch eine erfolgreiche Regierungsarbeit." Daher habe sich Crumbach "zuletzt Truppen organisiert", sei dann gegangen und habe "den Bruch mit der SPD vorbereitet". Nach dem Aus der Koalition will die SPD eine Regierungszusammenarbeit mit der CDU ausloten. "Mit Demokratie hat das nichts zu tun, denn die Brandenburger haben die jetzt kommende SPD-CDU-Regierung mehrheitlich nicht gewählt", betonte De Masi. Wenn der Wählerwille so mit Füßen getreten werde, müsse man sich nicht wundern, "dass immer mehr Menschen jedes Vertrauen in die Politik verlieren und die AfD massiv zulegt". Für das BSW sei Brandenburg ein reinigendes Gewitter. "Wir werden stärker zurückkehren!" De Masi kündigte eine andere Gangart an. "Man will uns mit allen Mitteln bekämpfen. Wir schalten daher in den Angriffsmodus!" Das BSW werde sich "an keiner Regierung beteiligen, die nur gebildet wird, um die AfD draußen zu halten". Es brauche "endlich überparteiliche Persönlichkeiten in den Ministerien. Kompetenzkabinette im Osten wären eine echte Chance für die Demokratie". © dpa-infocom, dpa:260111-930-528208/1