Datum11.01.2026 10:41
Quellewww.zeit.de
TLDRDer iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf warnt die USA vor einem militärischen Angriff und kündigt Vergeltungsmaßnahmen an, die Israel und US-Militärziele umfassen könnten. Dies folgt auf Drohungen von US-Präsident Trump, der militärisches Eingreifen im Iran anbot, falls die Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Demonstrierende vorgehen. Die Proteste im Iran, ausgelöst durch wirtschaftliche Probleme, richten sich gegen das Regime, welches hart gegen Demonstranten vorgeht. Mehr als 100 Menschen sollen bei diesen Protesten bereits ums Leben gekommen sein.
InhaltDer iranische Parlamentspräsident warnt die USA davor, sein Land anzugreifen. US-Präsident Trump hatte zuletzt mehrfach mit einem Militärschlag gegen den Iran gedroht. Nach militärischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat der Parlamentspräsident des Iran, Mohammad Bagher Ghalibaf, den USA bei einem Angriff mit Vergeltung gedroht. "Im Falle eines militärischen Angriffs durch die USA werden sowohl das besetzte Gebiet als auch die Zentren des US-Militärs und die Schifffahrt unsere legitimen Ziele sein", sagte Ghalibaf in einer im iranischen Staatsfernsehen übertragenen Rede. Mit "besetztem Gebiet" bezog sich der Parlamentspräsident offenbar auf Israel, dessen Existenzrecht die iranische Führung nicht anerkennt. Infolge der derzeitigen Protestwelle gegen das iranische Regime hatte US-Präsident Trump zuletzt mehrfach mit einem militärischen Eingreifen der USA im Iran gedroht, falls dessen Sicherheitskräfte weiterhin gewaltsam gegen Demonstrierende vorgehen sollten. "Der Iran strebt nach FREIHEIT, vielleicht wie nie zuvor. Die USA sind bereit zu helfen!!!", hatte Trump zuletzt etwa auf seiner Plattform Truth Social geschrieben. Wie diese Hilfe aussehen soll, blieb dabei unklar. Wie die New York Times unter Berufung auf US-Beamte berichtete, wurde Trump bereits über Optionen für potenzielle militärische Angriffe auf den Iran informiert. Demnach hat Trump aber offenbar noch keine endgültige Entscheidung hinsichtlich eines Angriffs getroffen. Auch das Wall Street Journal berichtete von ersten Gesprächen von US-Beamten über die konkreten Möglichkeiten zur Durchführung eines Angriffs auf den Iran, sollte dies nötig werden, um Trumps Drohungen umzusetzen. Dabei seien auch Optionen für mögliche Ziele diskutiert worden, etwa ein groß angelegter Luftangriff auf mehrere Militäreinrichtungen im Iran, berichtete die Zeitung unter Berufung auf US-Beamte. Auch diesem Bericht zufolge gibt es aber derzeit noch keinen Konsens. Es seien noch keine militärische Ausrüstung und Personal in Vorbereitung auf einen Angriff verlegt worden. Die US-Beamten hätten betont, dass diese Gespräche Teil der normalen Planung seien. Es gebe keine Anzeichen für einen bevorstehenden Angriff, hieß es. Trump hatte die Führung Teheran schon in einer am Donnerstag veröffentlichten Folge des Podcasts The Hugh Hewitt Show vor der Tötung von Demonstranten gewarnt. "Ich habe ihnen mitgeteilt, dass wir sie hart bestrafen werden, falls sie anfangen, Menschen zu töten, was sie während ihrer Unruhen, die ja häufig vorkommen, gerne tun", sagte Trump. Die Proteste im Iran waren Ende Dezember letzten Jahres zunächst aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage im Land ausgelöst worden. Inzwischen richten sie sich gegen das autokratische Regime des Landes. Die iranische Führung geht hart gegen die Demonstrierenden vor, Menschenrechtsorganisationen zufolge wurden seit Beginn der Proteste mehr als 100 Menschen getötet. Alle Entwicklungen zu den Protesten lesen Sie in unserem Liveblog.