Datum11.01.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Artikel beleuchtet den Eisverkauf im Winter, wo Eiscafés mit geringem Kundenaufkommen kämpfen. Während einige Besucher trotz Kälte Eis genießen, greifen die meisten eher zu warmen Alternativen wie Crêpes oder Kaffee. Eisdielen versuchen, durch winterliche Geschmacksrichtungen wie Zimt und Spekulatius Kunden zu gewinnen, jedoch ist der Umsatz insgesamt rückläufig. Betreiber betonen, dass echte Eisliebhaber unabhängig von der Temperatur stets Eis konsumieren. Eiscafés sollen trotz hoher Kosten ihren Betrieb aufrechterhalten.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Winterwetter“. Lesen Sie jetzt „Schnee, Glätte, Zimteis: Wie schmeckt Eiscreme im Winter?“. Eine Kugel Eis, obwohl sie draußen bei Frost nicht einmal schmelzen würde? Im beheizten Außenbereich des Eiscafés Dolce in der Frankfurter Innenstadt ist an diesem Vormittag mitten im Winter wenig los. "Aber wenn Eis nicht gut läuft, dann haben wir etwas in der Reserve", sagt Verkäufer Davi Bezfontana. Crêpes, Espresso, Cappuccino oder hausgemachtes Tiramisu verkauften sich in der kalten Jahreszeit vor allem an Touristen und Gelegenheitskunden am besten. "Am Heizpilz können wir uns aufwärmen und der Crêpe ist toll", sagt eine Kundin aus Maintal, die ihren Sohn nach einem Arztbesuch spontan zu einer süßen Leckerei eingeladen hat. Beim Vorbeilaufen habe sie die Leuchtreklame gesehen. Doch insgesamt kämen deutlich weniger Kunden, bedauert Eisverkäufer Bezfontana. Ähnliches berichten auch andere Betreiber und Verkäufer, die Eisläden wegen hoher Mieten und laufender Kosten auch im Winter geöffnet halten. Wer durch weniger zentral gelegene Stadtteile geht, kommt an vielen Eisdielen in der Winterpause vorbei. Mit winterlichen Eissorten wie Zimt, Hafer-Pfirsich-Orange oder Spekulatius will das Aura Café & Gelateria in Hanau seine Kunden an die Eisbecher locken. Die saisonalen Geschmacksrichtungen verkauften sich etwas häufiger als andere, sagt Betreiberin Patrizia Montaperto. Allerdings laufe der Eisverkauf im Winter alles in allem eher schleppend. Sie habe sich trotz Kälte mehr erhofft. Abgesehen von ein paar Kugeln für Kinder und dem einen oder anderen Spaghetti-Eis greife derzeit eher weniger Laufkundschaft in ihren Läden in Hanau zu süßem Gefrorenem aus eigener Herstellung. Frühstück, Cappuccino oder Waffeln seien bei den Stammkunden ihres Familienbetriebs im Winter als Alternativen zum Eis beliebt, sagt Montaperto. Ihre Eisdiele werde dann zu einer Art Café. "Den wirklichen Eisliebhabern sind die Temperaturen egal", versichert Eisdielen-Betreiberin Montaperto. "Die essen immer Eis, ob es minus 20 oder plus 30 Grad sind." Ein Pärchen komme jede Woche und esse pro Person fünf Kugeln. Eiscreme könne auch im Winter schmecken, sagt Montaperto: "Ich persönlich empfehle Eis mit Waffeln und heißen Kirschen." In dieser Kombination schmilzt zumindest das Speiseeis garantiert – selbst bei eisigem Winterwetter. © dpa-infocom, dpa:260111-930-527034/1