Datum10.01.2026 19:49
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Berlin und Frankfurt am Main solidarisieren sich Tausende mit den Massenprotesten gegen das iranische Regime. Demonstrationen, an denen in Berlin etwa 1.700 und in Frankfurt rund 1.300 Teilnehmer teilnahmen, forderten Freiheit und Unterstützung der EU. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen verurteilte die gewaltsame Unterdrückung der Proteste in Iran. Der Exil-Iraner Reza Pahlavi forderte landesweite Streiks in Schlüsselbranchen, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen. Die iranische Regierung blockiert seit Tagen das Internet.
InhaltIn Berlin und Frankfurt am Main sind Tausende gegen das Regime in Iran auf die Straße gegangen. Auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen meldete sich zu Wort. Die Massenproteste in Iran haben auch Menschen in Berlin auf die Straße gebracht. Rund 1400 Menschen haben sich nach Polizeiangaben an einer Demonstration vom Kurfürstendamm zum Adenauerplatz beteiligt. Am Wittenbergplatz hätten sich rund 300 Menschen versammelt. Auch in Frankfurt am Main gingen nach Angaben der Polizei rund 1.300 Menschen auf die Straße. Mit Flaggen und Plakaten solidarisierten sich Demonstranten in Berlin mit den Protesten in Iran, wo es seit etwa zwei Wochen in mehreren Städten zu Aufmärschen gegen die Regierung kommt. Am Kurfürstendamm hielten mehrere das Bild von Reza Pahlavi hoch, dem Sohn des 1979 gestürzten Schahs. Auf Plakaten stand zum Beispiel "Democracy just with Pahlavi". Aus seinem Exil in den USA heraus beansprucht Pahlavi eine Führungsrolle in der Opposition. Pahlavi rief auf der Plattform X zu landesweiten Streiks in Iran auf: Arbeiter und Angestellte von Schlüsselbranchen wie der Öl-, Gas- und Energieindustrie sollten ihre Arbeit niederlegen. Ziel sei es, die finanziellen Lebensadern zu schwächen und den Unterdrückungsapparat in die Knie zu zwingen. Zudem bat er US-Präsident Donald Trump um Unterstützung der Proteste. Auch die EU steht nach den Worten von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen "voll" hinter den Demonstranten in Iran. "Wir verurteilen klar die gewaltsame Unterdrückung dieser rechtmäßigen Demonstrationen", erklärte von der Leyen auf X . In Iran haben sich die seit rund zwei Wochen andauernden Demonstrationen zu landesweiten Massenprotesten gegen die Führung in Teheran ausgeweitet. "Die Straßen von Teheran und Städten weltweit hallen von den Schritten der iranischen Frauen und Männer wider, die Freiheit verlangen", erklärte von der Leyen. "Redefreiheit, Versammlungsfreiheit, Reisefreiheit und vor allem die Freiheit, frei zu leben. Europa steht voll hinter ihnen", so die EU-Kommissionschefin. Mittlerweile blockiert die iranische Führung das Internet den dritten Tag in Folge. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete auf X , dass die Internetsperre inzwischen länger als 48 Stunden andauere. Während die Machthaber weiterhin ihre Version der Ereignisse online verbreiteten, würden die Stimmen von 90 Millionen Menschen zum Schweigen gebracht, hieß es weiter. Lesen Sie hier , wie sich die Proteste in Iran ausbreiten.