Datum10.01.2026 18:03
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Iran dauern Proteste gegen das Regime an, trotz drohender Todesstrafe für Demonstrierende. Generalstaatsanwalt Mohammed Mowahedi Asad bezeichnete Teilnehmer als "Feinde Gottes". Mindestens 65 Menschen wurden getötet, über 2.300 festgenommen. Die Proteste, die in 180 Städten stattfinden, werden von der Regierung als kleiner dargestellt. USA unterstützen die Demonstranten, während im Exil lebende Iraner in Berlin für einen Regimewechsel und gegen Gewalt demonstrieren. Trotz Internetzensur wird die Mobilisierung weiterhin fortgesetzt.
InhaltIm Iran gehen die Menschen weiter auf die Straßen. Mindestens 65 Menschen wurden offenbar getötet. Das Regime droht mit der Todesstrafe. Die Justiz im Iran hat der Bevölkerung mit der Todesstrafe gedroht, um weitere Protesten zu verhindern. Wer sich an Demonstrationen beteilige, könne als "Feind Gottes" eingestuft werden, sagte Generalstaatsanwalt Mohammed Mowahedi Asad im Staatsfernsehen. Im Iran kann darauf die Todesstrafe folgen. Auch jene, die Unruhestiftern Hilfe leisteten, könnten unter diesem Tatvorwurf angeklagt werden, teilte die Justiz mit. Trotz des gesperrten Internetzugangs haben sich im Iran zahlreiche Menschen zu Protesten versammelt. Die Proteste halten mittlerweile seit fast zwei Wochen an. Das iranische Regime stellte die landesweiten Massenproteste kleiner dar, als sie offenbar sind. In den meisten Städten des Landes habe Ruhe geherrscht, hatte ein Regime-Sprecher im Staatsfernsehen laut dem staatlichen iranischen Rundfunkverbund IribNews behauptet. Die USA drückten Unterstützung für die Proteste aus. "Die USA unterstützen das tapfere Volk im Iran", schrieb US-Außenminister Marco Rubio auf X. Auch US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran erneut. "Ihr fangt besser nicht an zu schießen, sonst schießen wir auch", teilte er mit. "Ich hoffe nur, dass die Demonstranten in Sicherheit sein werden, denn das ist im Moment ein sehr gefährlicher Ort." Mindestens 65 Menschen sollen mittlerweile im Zusammenhang mit den Protesten getötet worden sein. Das berichtet das US-amerikanische Menschenrechtsnetzwerk HRANA. Mehr als 2.300 weitere Menschen seien festgenommen worden. Trotz der nahezu vollständigen Internetsperre habe es Demonstrationen in 180 Städten gegeben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. In Berlin haben im Exil lebende Iranerinnen und Iraner in Solidarität mit den Protestierenden am Brandenburger Tor demonstriert. Sie forderten einen Regimewechsel in ihrem Heimatland und forderten ein Ende der Gewalt gegen die Demonstrierenden im Iran. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte der Nationale Widerstandsrat Iran, in dem mehrere Oppositionsgruppen zusammengeschlossen sind. Auf Schildern war etwa zu lesen "Nein zur Mullah-Diktatur", "Für eine demokratische Republik", "Solidarität mit Irans Aufstand" und "Regime Change". Verfolgen Sie hier die Proteste im Iran in unserem Liveblog.