Datum10.01.2026 18:03
Quellewww.spiegel.de
TLDRElon Musk hat die britische Regierung wegen ihrer Kritik an seinem KI-Chatbot Grok als "faschistisch" bezeichnet. Großbritannien plant, gegen Grok vorzugehen, da Nutzer sexualisierte Fake-Bilder von Frauen und Kindern anfordern können. Die Medienaufsichtsbehörde Ofcom prüft mögliche Verstöße gegen den Online Safety Act. Premierminister und Technologieministerin haben die Situation verurteilt, während die EU-Kommission ebenfalls Bedenken äußert. Indonesien hat Grok bereits vorläufig gesperrt, um die Öffentlichkeit zu schützen.
InhaltDer KI-Chatbot Grok zeigt auf Elon Musks Plattform X sexualisierte Fake-Bilder von Frauen und Kindern. Großbritannien will das nicht länger hinnehmen – und erntet deshalb Beschimpfungen von Musk. Mit kritischen wie kryptischen Beiträgen auf seiner Plattform X hat Techmilliardär Elon Musk auf die britische Untersuchung der KI Grok reagiert. Musk warf der Regierung in London unter anderem Zensur vor, in einem Beitrag nannte er sie "faschistisch". Ähnliche Vorwürfe gegen Großbritannien hatte Musk immer wieder erhoben. Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom untersucht derzeit, ob die künstliche Intelligenz Grok gegen den Online Safety Act verstößt. Nutzer können die KI auffordern, gepostete Bilder zu sexualisieren, meist geschieht das bei Fotos von Frauen oder Kindern. Der britische Premierminister nannte dies "widerlich". Technologieministerin Liz Kendall sagte, sie erwarte, dass Ofcom die vollständigen rechtlichen Befugnisse nutze. Die Plattform X könnte demnach gesperrt werden. Auch die EU-Kommission blickt kritisch auf die KI. Sie forderte die verantwortliche US-Firma zuletzt auf, interne Dokumente zu Grok nicht zu vernichten, sondern bis Ende des Jahres aufzubewahren. Die Behörde in Brüssel zweifelt daran, dass sich X an europäische Digitalgesetze hält. Zu konkreten Schritten konnte sie sich bisher aber noch nicht durchringen. Der Schritt von X, den Zugriff auf die KI-Bildergenerierung nur noch zahlenden Nutzerinnen und Nutzern zugänglich zu machen, wurde sowohl von der Europäischen Kommission als auch der britischen Regierung zuletzt als nicht ausreichend betrachtet. Es sei "eine Beleidigung für die Opfer von Frauenfeindlichkeit und sexueller Gewalt", teilte die britische Regierung mit. Dieser Schritt mache "aus einer KI-Funktion, die die Erstellung rechtswidriger Bilder ermöglicht, schlicht einen Premiumdienst", sagte ein Sprecher. Es sei "keine Lösung", zeige allerdings, dass X schnell handeln könne, wenn es denn wolle. Als Konsequenzen lägen weiterhin "alle Optionen" auf dem Tisch. Als weltweit erstes Land hat Indonesien den KI-Chatbot Grok am Samstag vorläufig gesperrt. Der Zugang zu Grok werde geblockt, "um Frauen, Kinder und die Öffentlichkeit vor den Risiken gefälschter pornografischer Inhalte" zu schützen, erklärte Digitalministerin Meutya Hafid.