Datum10.01.2026 13:29
Quellewww.zeit.de
TLDRIn seiner ersten Neujahrsansprache kritisierte Papst Leo XIV. die zunehmende Kriegsbereitschaft und militärische Aggressionen zwischen Staaten. Er warnte vor einem Rückzug vom multilateralen Dialog und hob hervor, dass Krieg wieder "in Mode" sei, was die internationale Rechtsordnung gefährde. Die Ansprache fand im Kontext weltweiter Konflikte, darunter der Krieg in der Ukraine und die Situation in Venezuela, statt. Leo XIV. sprach nicht nur klassische kirchliche Themen an, sondern mahnte auch zur dringenden Reflexion über Gewalt und Frieden.
InhaltPapst Leo XIV. fand in seiner ersten Neujahrsansprache überraschend deutliche Worte. Statt über klassische kirchliche Themen sprach er über Krieg und Gewalt. Papst Leo XIV. hat bei seiner ersten Neujahrsansprache militärische Übergriffe auf Territorien anderer Staaten so deutlich wie noch nie angeprangert. Vor Diplomatinnen und Diplomaten aus mehr als 180 Ländern warnte er vor einer wachsenden Bereitschaft zum Krieg und einem Rückzug vom multilateralen Dialog. Weltweit setzten Staaten Militärgewalt ein, um ihre Herrschaftsgebiete zu sichern. Das untergrabe die internationale Rechtsordnung, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg gebildet habe. "Der Krieg ist wieder in Mode und die Kriegsbegeisterung breitet sich aus", beklagte der Papst. Einzelne Staaten nannte er nicht, doch hielt er seine Ansprache vor dem Hintergrund der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch das US-Militär und des anhaltenden Kriegs Russlands in der Ukraine sowie anderer Konflikte. Der gebürtige Amerikaner Leo beließ es nicht bei der für den Diplomatenempfang des Vatikans üblichen Aufzählung globaler Krisenherde und Themen, die der katholischen Kirche wichtig sind, wie Religionsfreiheit, Abtreibung und Leihmutterschaft. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.