Datum10.01.2026 13:23
Quellewww.spiegel.de
TLDRBali plant eine Regelung, die von Touristen verlangt, ihre Kontoauszüge der letzten drei Monate vorzulegen, um sicherzustellen, dass sie über ausreichende finanzielle Mittel für ihren Aufenthalt verfügen. Gouverneur Wayan Koster sieht dies als Maßnahme gegen Kriminalität und für "Qualitätstourismus". Der Entwurf zur Verordnung wird dem Regionalparlament vorgelegt, wobei Details zur Umsetzung noch unklar sind. Kritiker weisen auf mögliche rechtliche Bedenken hin, da diese Maßnahme ohne Erlaubnis der Zentralregierung erfolgen könnte.
InhaltKönnen sie sich den Urlaub überhaupt leisten? Das sollen Bali-Touristen nach Regierungsplänen bald mit Kontoauszügen belegen. Der Gouverneur der Insel begründet das auch mit dem Kampf gegen Kriminalität. Auf Bali sorgen Regierungspläne für eine mögliche Konto-Einsicht bei Urlaubern für Diskussionen. "Ohne Erlaubnis der Zentralregierung hat die balinesische Regierung dazu keine Befugnis", zitierte die "South China Morning Post" den Abgeordneten Agung Bagus Pratiksa Linggih. Die Abgeordnete Chusnunia Chalim lobte das Vorhaben hingegen als Schritt hin zu mehr "Qualitätstourismus". Laut dem Plan, über den unter anderem die indonesische Nachrichtenagentur Antara berichtete , sollen Bali-Besucher künftig ihre Kontostände der vergangenen drei Monate offenlegen. Das Ziel ist laut Balis Gouverneur Wayan Koster, "dass Touristen, die nach Bali kommen, über ausreichende finanzielle Mittel verfügen". Ein entsprechender Entwurf sei fast fertig und werde in Kürze dem Regionalparlament vorgelegt, sodass die Verordnung noch in diesem Jahr in Kraft treten könne. Wie die Kontrollen konkret ablaufen sollen, ist bislang unklar. Einen Mindestbetrag für die Kontoreserven von Besuchern sollen die Behörden aber nicht festlegen. Vielmehr würden Beamte prüfen, ob die verfügbaren Mittel für die geplanten Aktivitäten und Aufenthaltsdauer der Touristen ausreichen. "Wenn ihr Geld nur für eine Woche reicht, sollten sie nicht drei Wochen bleiben, in eine Notlage geraten und kriminelle Handlungen begehen", so Koster. Diese Argumentation dürfte auf einige Sympathien stoßen. Die zuletzt rund sieben Millionen Besucher der Insel sorgen immer wieder für Negativschlagzeilen. Allerdings wäre es nicht das erste Mal, dass Koster mit einem Vorhaben zur Regulierung der Besucherströme scheitert. Erst vor kurzem wurde sein Vorhaben, die Vermietung von Unterkünften durch die Buchungsplattform Airbnb auf Bali zu verbieten, vom indonesischen Tourismusministerium abgelehnt.