Rose McGowan: Zum »Charmed«-Staffelstart wurde Gewicht kontrolliert

Datum10.01.2026 12:40

Quellewww.spiegel.de

TLDRRose McGowan sprach in einem Podcast über ihre Erfahrungen während der Dreharbeiten zu "Charmed". Sie offenbarte, dass Produzenten ihr Gewicht kontrollierten und sie "inspiziert wie ihr Produkt" wurde. McGowan, die vorher wegen des Weinstein-Skandals in den Schlagzeilen war, erinnerte sich auch an die Herausforderungen, mit ihrer kontroversen Publicity umzugehen. Sie nahm zu, um die Rolle besser zu verkörpern und gab zu, dass sie sich in einem stark unternehmerisch geprägten Umfeld befand. Veränderungen in Hollywood bewertet sie skeptisch.

InhaltIhre Vorwürfe brachten den Weinstein-Skandal mit ins Rollen. In einem Podcast erinnerte sich Rose McGowan nun an ihre Zeit als Star der TV-Serie "Charmed". Die Produzenten hätten sie "inspiziert wie ihr Produkt". Dass Rose McGowan 2001 eine Rolle in der TV-Serie "Charmed – Zauberhafte Hexen" übernahm, war zu der Zeit äußerst ungewöhnlich. Denn McGowan war mit Kinofilmen wie "Scream" bekannt geworden. Fernsehen zu machen galt, anders als heute, für Filmleute als zweitklassig. Im Filmkosmos hatte McGowan allerdings sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Sie machte 2016 öffentlich, dass ein Studiochef sie vergewaltigt habe. Nachdem die "New York Times" 2017 recherchiert hatte, dass Harvey Weinstein ihr nach dem Vorfall 1997 Schweigegeld gezahlt habe, schrieb Rose McGowan 2018 in ihrer Biografie "Brave" unter anderem über die Vorwürfe. Sie bezeichnet sich im #MeToo-Kontext als "Whistleblowerin". Zur TV-Serie "Charmed" kam Rose McGowan als Ersatz für Shannen Doherty, die nach drei Staffeln im Streit mit der Produktionsfirma (und angeblich auch mit ihrer Schauspielkollegin Alyssa Milano) die Serie verlassen musste. McGowans Figur Paige Matthews wurde als Halbschwester der hexenden Geschwister in die Serie eingeführt. Praktisch nie habe eine Serie den Ausstieg einer zentralen Figur überstanden, erzählt McGowan in einem aktuellen Podcast der Reihe "We Need To Talk". Dass es "Charmed" gelungen sei, mit ihr noch fünf weitere Staffel auf Sendung zu bleiben, mache sie sehr stolz, sagt die Schauspielerin dem Podcaster Paul C. Brunson. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Rose McGowan wurde zum Zeitpunkt ihres Serieneinstiegs in der US-Öffentlichkeit kontrovers betrachtet. Sie schockte als Gefährtin des Rockmusikers Marilyn Manson bei den MTV Awards 1998 mit einem Fischernetzkostüm. Von den MTV-Zuschauern wurde sie 1999 für ihre Rolle in der dunklen Komödie "Der zuckersüße Tod" (Originaltitel "Jawbreaker") als "bester Bösewicht" nominiert. Entsprechend bemühte sich McGowan für "Charmed" um einen Imagewechsel. "Ich musste dafür sorgen, dass Amerika mich liebt", erinnert sie sich in dem aktuellen Podcast. Sie habe etwas Gewicht zugelegt, damit ihr Gesicht runder wirke und habe mit extrasanfter Stimme gesprochen. Es sei das erste Mal gewesen, dass sie in einem derart unternehmerisch geprägten Umfeld tätig gewesen sei, beschreibt Rose McGowan die Atmosphäre hinter den Kulissen der von Aaron Spellings Produktionsfirma hergestellten Serie. "Zum Drehstart einer neuen Staffel haben sie sich jedes Mal um mich versammelt und mein Gewicht überprüft", erinnert sich McGowan. "Ich glaube, sie haben einfach ihr Produkt inspiziert". Gefragt, ob sich dahingehend etwas in Hollywood geändert habe, ist sich Rose McGowan nicht sicher, schließlich hat sie sich selbst von der aktiven Schauspielerei zurückgezogen. Aber damals habe man sich darüber gar keine Gedanken gemacht. "Heute geben sie zumindest Lippenbekenntnisse ab, anders zu sein."