Albstadt: Bürgermeister und Albstadtwerke dementieren Gerüchte über Gasleck

Datum10.01.2026 07:50

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Albstadt kam es zu einer Explosion in einem Wohnhaus, bei der eine Familie mit drei Personen starb. Gerüchte über ein bekanntes Gasleck, das nicht behoben wurde, wurden von Bürgermeister Roland Tralmer und den Albstadtwerken dementiert. Laut Tralmer gab es keine dokumentierte Kontaktaufnahme wegen Gasgeruchs vor dem Unglück. Die Ermittlungen zur Ursache der Explosion laufen, während die Stadtwerke und die Behörden die Situation ernst nehmen und die Angehörigen ihr Beileid aussprechen.

InhaltEine junge Familie stirbt, als eine Explosion in Albstadt ein Wohnhaus zerreißt. Schnell verbreiten sich Gerüchte über ein angeblich bekanntes, nicht behobenes Gasleck. Die Verantwortlichen treten dem entgegen. Wie kam es zur verheerenden Wohnhausexplosion im baden-württembergischen Albstadt? Experten versuchen, eine Ursache für das Unglück mit drei Toten zu finden. Spekulationen, in dem Haus habe es ein schon länger bekanntes Gasleck gegeben, konnte Oberbürgermeister Roland Tralmer (CDU) zunächst nicht bestätigen. "Uns hat dieses Gerücht auch schon am Donnerstag erreicht", sagte Tralmer zur "Schwäbischen Zeitung  ". "Und ich kann, Stand heute, sagen, dass daran, nach allem, was ich weiß, überhaupt nichts dran ist." Die Explosion hatte sich am frühen Donnerstagmorgen im Ortsteil Tailfingen ereignet. Eine dreiköpfige Familie – Vater und Mutter 33 und 30 Jahre alt, sowie ein sechsjähriges Kind – kam dabei ums Leben. Im Ort, aber auch unter Facebook-Beiträgen lokaler Medien über das Unglück, sprach sich schnell das Gerücht herum, der Vater habe sich kurz vor der Explosion bei den Stadtwerken gemeldet, um einen schon seit Tagen vorherrschenden Gasgeruch zu melden. Dazu sagte Tralmer nun, er habe sich direkt, nachdem ihm diese Geschichte zugetragen worden sei, bei den Albstadtwerken – einer hundertprozentigen Tochter der Stadt Albstadt – erkundigt. "Dort ist weder ein Anruf noch eine andere Art der Kontaktaufnahme dokumentiert oder bekannt." Der Oberbürgermeister ist Aufsichtsratsvorsitzender der Albstadtwerke. Der Energieversorger selbst hat sich mittlerweile ebenfalls zu den Gerüchten geäußert: Gegenüber dem "Schwarzwälder Boten " teilte das Unternehmen mit, man nehme "die im Raum stehenden Aussagen zu einer erfolgten Gasgeruchsmeldung sehr ernst." Gleichwohl habe nach derzeitigem Erkenntnisstand "im Vorfeld des Unglücks keine Meldung über einen Gasgeruch" vorgelegen. Man stehe in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und unterstütze die Ermittlungsarbeiten nach Kräften. In einer Pressemeldung hieß es zudem, die Albstadtwerke seien "tief betroffen über das tragische Unglück". Das Unternehmen sprach den Angehörigen Beileid und Mitgefühl aus. Sowohl die Stadt als auch der Energieversorger verwiesen auf die zentrale Störungsnummer, über die Bürgerinnen und Bürger Probleme und Hinweise weitergeben könnten. Im Ernstfall würden zudem die zentrale Leitstelle des DRK und die zuständige Feuerwehr in Balingen eingeschaltet werden, sollte es den Verdacht auf einen Gasaustritt geben. Oberbürgermeister Tralmer sagte dazu der "Schwäbischen Zeitung", es sei bei beiden Stellen keine entsprechende Meldung zu finden gewesen. "Auch auf diesem Weg wäre ich direkt informiert gewesen, weil ich bei Feuerwehreinsätzen in Albstadt ins entsprechende Alarmierungsnetzwerk eingebunden bin." Er habe sich, so Tralmer weiter, zudem bereits darüber informieren lassen, ob es beim Gasverbrauch der Familie unmittelbar vor der Explosion Auffälligkeiten gegeben habe, "die unter Umständen auf ein Leck in der Leitung hätten hindeuten können". Dem sei aber nicht so gewesen. Tralmer bestätigte zudem, dass die Albstadtwerke ihr Erdgas mit einem Geruchsmittel versetzten, das als mögliches Alarmsignal für Hausbewohner dienen soll. Derweil waren am Freitag weiter Kriminaltechniker und die Spurensicherung am Unglücksort, teilte die Polizei mit. Die Ermittler prüfen unter anderem, ob die Explosion tatsächlich durch einen Gasaustritt ausgelöst wurde.