Datum10.01.2026 07:07
Quellewww.spiegel.de
TLDREine Mutter schildert, wie ihr Sohn an Influenza A erkrankt ist und die Familie an den Folgen leidet. Die Kinderärztin ermutigt sie zur Grippeschutzimpfung für das nächste Jahr, nachdem das Fieber des Kindes nicht zurückgehen wollte. Trotz der Erkrankung bietet die Familie den Kindern Ablenkungen wie Filme und Bücher. Die Autorin reflektiert über die Wichtigkeit der Impfung und die Herausforderungen, die Krankheit für die Familie mit sich bringt.
InhaltMein Sohn hat Grippe. Jetzt laufen hier den ganzen Tag SpongeBob Schwammkopf und Gregs Tagebuch. Grund genug, sich nächstes Jahr impfen zu lassen. "Sind Sie geimpft?", fragte die Kinderärztin, während sie routiniert ihre Hände desinfizierte. Wir schauten betreten zu Boden. Sie lächelte wissend. "Glauben Sie mir, nächstes Jahr werden Sie geimpft sein. Das, was Sie jetzt bekommen, wollen Sie nicht noch mal haben." Kurz vorher hatten wir unseren Sohn ins Behandlungszimmer getragen. Er war nachts aufgewacht, weinend, winselnd und so glühend, dass wir ihn als Heizpilz hätten vermieten können. Das allein wäre noch kein Grund für uns gewesen, mit ihm in die Praxis zu fahren. Kinder fangen sich halt Viren ein und haben dann Fieber – auch mal hohes. Sie kennen das. Wir kennen das. Aber üblicherweise verlaufen Infekte bei unserem Sohn so: Er fiebert und fühlt sich elend, wir geben ihm ein Schmerzmittel, er springt auf wie das blühende Leben und spielt im Wohnzimmer Fußball. Dieses Mal war es anders. Wir haben ihm routiniert das Zaubermittel eingeflößt, aber das Fieber wollte einfach nicht entscheidend zurückgehen. Und statt fröhlich war er apathisch. Den Weg zur Ärztin hätten wir uns trotzdem sparen können, weil wir wussten, dass gerade verschiedene Krankheiten umgehen. Darunter auch aggressive Erreger, die andere Kinder aus seiner Klasse zum Teil wochenlang ausgeschaltet haben. Aber als meine Frau in der Praxis anrief, um sich eine Kindkrankschreibung zu besorgen und schilderte, wie schlecht es unserem Sohn geht, sagte die freundliche Assistentin, wenn wir uns beeilen, könnten wir auch kurz vorbeikommen. Der Ärztin reichte tatsächlich ein Blick in die glasigen kleinen Augen. "Influenza A. Haben im Moment alle." Sie hörte ihn ab. "Die Lunge ist frei. Das ist gut." Und machte dann zur Sicherheit doch noch einen Popeltest. "Sie kennen das vielleicht noch von Corona. Das dauert jetzt einen Moment", sagte sie, als sie die Lösung auf den Tester träufelte. Und dann: "Oh, dauert doch nicht." Der Test schlug sofort an. Auf meine Frage, was das denn jetzt für uns bedeute und ob wir uns anstecken, folgte ihre Frage, ob wir geimpft seien und unser betretenes Schweigen. Einen Tag später lag meine Frau flach. Ich halte mich noch halbwegs aufrecht, meine aber schon zu merken, wie mein Körper gegen das Virus kämpft. Unser Sohn ist immer noch schlapp. Die gute Nachricht ist, dass Hamburg vom Winterwetter so überfordert ist, dass wir sowieso nicht rausgehen sollen. Insofern haben wir uns zumindest einen günstigen Zeitpunkt dafür ausgesucht, krank zwischen Sofa und Bett zu wechseln. Unserem Sohn geht es inzwischen so gut, dass er wieder fernsehen kann. Nicht mal das war an den ersten Tagen möglich. Jetzt laufen hier SpongeBob Schwammkopf und Gregs Tagebuch im fröhlichen Wechsel. Ein Fiebertraum jagt den nächsten. Insofern hat die Kinderärztin recht. Im nächsten Jahr werden wir uns definitiv impfen lassen. Allein schon, um das zu verhindern. Hat die Grippewelle Sie in diesem Jahr schon erwischt? Welche Erfahrungen haben Sie mit kranken Kindern gemacht? Und wie schaffen Sie es, die Familie am Laufen zu halten, wenn Sie krank sind? Schreiben Sie mir gern an familiennewsletter@spiegel.de . Einmal die Woche erzählen fünf Mütter und Väter aus ihrem Leben und geben Lesetipps, was für Familien interessant sein könnte. (Wer wir sind, lesen Sie hier.) Schreiben Sie uns gern Ihre Gedanken zum Thema Familie, Ihre kleinen Geschichten aus dem Alltag, Ihre besonderen Momente mit Ihren Kindern! Wir würden uns freuen! Unsere Adresse: familiennewsletter@spiegel.de Hier können Sie den kostenlosen Familiennewsletter abonnieren. Ich hätte unserer Familie im Wortsinn eine Menge Kopfschmerzen ersparen können, wenn ich einfach nur die folgenden Artikel der Kolleginnen und Kollegen aus dem SPIEGEL Gesundheitsteam gelesen und die Tipps befolgt hätte: Eins muss man Jeffrey Patrick Kinney lassen: Er zieht sein Ding durch. Der US-Autor und Cartoonist. 1998 erschuf Kinney den Highschool-Schüler Greg Heffley und präsentierte seine Gedanken und Erlebnisse in Form fiktiver Tagebucheinträge (oder "Memoiren", wie Greg selbst es nennt), bei denen sich Text und Zeichnungen abwechseln. Das Projekt begann im Internet mit täglichen Blogeinträgen und wurde zu einer Kinderbuchreihe, an der kaum eine Familie vorbeikommt. 2007 erschien in den USA das erste gedruckte "Diary of a Wimpy Kid" und ein Jahr später als "Gregs Tagebuch" in Deutschland. Im vergangenen Herbst legte Kinney den 20. Band vor ("Bock auf Party"), insgesamt wurden inzwischen rund 300 Millionen Exemplare aus der Reihe verkauft. Und das aus guten Gründen: Kinney hat ein gutes Gespür für Pointen, und in seinen leicht kauzigen Figuren erkennt man sich gut wieder. Was vielleicht auch hilft: Greg ist kein strahlender Held, sondern hat eine ganze Reihe von Macken. Vor allem sein Umgang mit seinem besten Freund Rupert (im englischen Original Rowley) ist manchmal so harsch, dass die beiden sich regelmäßig verkrachen. Was ich erst jetzt mitbekommen habe: Rupert hat zwischendurch drei eigene Tagebücher bekommen, in denen er die Welt aus seiner Sicht beschreibt. Mein Sohn liebt die Bücher, die wegen der kurzen Abschnitte und der vielen schönen Zeichnungen leicht konsumierbar sind. Besonderer Tipp gerade für Zeiten, in denen Kinder krank sind: Alle Teile der Serie wurden mit viel Liebe fürs Detail als Hörbücher produziert. Sie haben uns gerade jetzt durch so manche Grippenacht gebracht. Und wie oben erwähnt: Wenn die Kraft wieder zum Fernsehen reicht, gibt es inzwischen auch vier Filme aus der Reihe. Preisabfragezeitpunkt 10.01.2026 07.08 Uhr Keine Gewähr Was sollte man essen, wenn man krank ist? Natürlich Hühnersuppe! Ob das vermeintliche Wundermittel gegen Erkältungen wirklich etwas hilft, erfahren Sie hier . Ganz unabhängig von der Heilkraft ihrer Inhaltsstoffe schmeckt eine gut gemachte Suppe einfach wahnsinnig gut. Ganz besonders, wenn Sie sich an das Rezept unserer Kochkolumnistin Verena Lugert halten. Denn: "So eine selbst gemachte Hühnersuppe ist der Himmel", schreibt Verena. Probieren Sie ihre Zitronen-Hühnersuppe also auf jeden Fall aus. Hier finden Sie das Rezept. In meinem letzten Newsletter ging es unter anderem um die Frage, ob und wenn ja, wie Eltern ihre Kinder beim Lernen unterstützen sollten. Einige Leserinnen und Leser schrieben mir, dass das ja wohl selbstverständlich sei. Aber ich bekam auch diese Mail: "Unsere Kinder hatten den Vorteil, dass die Lehrer klar vermittelten, es sei ihre Aufgabe, den Kindern den Lehrstoff zu vermitteln.Also bitte nicht zu Hause bei den Schularbeiten helfen.Im Gymnasium bekam mein Sohn im ersten Mathematikunterricht eine Aufgabe, vor der seine Eltern ratlos standen.Ja, sagte der Lehrer, das sei so beabsichtigt, damit sie erst gar nicht anfingen, den Kindern bei den Hausaufgaben helfen zu wollen.Unsere Kinder haben alle das Abitur gemacht." Ich drücke Ihnen die Daumen, dass sie grippefrei durch den Winter kommen und den Schnee genießen können, solange er liegt. Bleiben Sie gesund! Herzlich, Ihr Malte Müller-Michaelis