USA und Grönland: Grönlands Parteien lehnen Gebietsanspruch der USA ab

Datum10.01.2026 06:07

Quellewww.zeit.de

TLDRGrönlands Parteien lehnen den Gebietsanspruch der USA unter Präsident Trump ab. In einer einheitlichen Erklärung betonen sie, dass sie Grönländer bleiben wollen und fordern die USA auf, ihre Geringschätzung des Landes zu beenden. Trump hatte gedroht, Grönland gewaltsam einzunehmen, falls kein Deal zustande kommt. Auch die dänische Regierung, zu der Grönland gehört, weist diese Forderungen zurück und warnt vor möglichen Konsequenzen für das NATO-Verteidigungsbündnis. Grönland ist weitgehend autonom.

Inhalt"Wir wollen keine Amerikaner sein", schreiben die Parteivorsitzenden im grönländischen Parlament. Die USA sollten ihre Geringschätzung des Landes einstellen. Während US-Präsident Donald Trump erneut mit der gewaltsamen Einnahme Grönlands droht, lehnen die dortigen Parteien seinen Gebietsanspruch in demonstrativer Einigkeit ab. "Wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Vorsitzenden der fünf Parteien im grönländischen Parlament. Sie fordern, dass die USA "ihre Geringschätzung gegenüber unserem Land" einstellten. Die Zukunft Grönlands müsse vom grönländischen Volk entschieden werden. Es müsse ein intensiver Dialog "mit unseren Verbündeten und den Ländern, mit denen wir zusammenarbeiten", sichergestellt werden, heißt es in dem Schreiben. Trump hatte zuletzt gesagt, er würde gerne einen Deal machen, "aber wenn wir es nicht auf die einfache Art und Weise tun, werden wir es auf die harte Art und Weise tun". Ansonsten würden Russland oder China Grönland einnehmen – "und wir wollen Russland oder China nicht als Nachbarn haben", rechtfertigte Trump seine Anspruchshaltung. Die USA  müssten Grönland "verteidigen".  Grönland mit seinen knapp 57.000 Einwohnern ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark. Die dänische Regierung weist Trumps Forderung ebenfalls entschieden zurück. Regierungschefin Mette Frederiksen warnte vor einem Ende des Verteidigungsbündnisses Nato, sollten die USA Grönland angreifen.