Datum10.01.2026 05:11
Quellewww.spiegel.de
TLDRMarkus Söder, Ministerpräsident von Bayern, reflektiert nach seiner Hüft-Operation über seine Rolle als Patient. Er gesteht, dass Arztserien ihn zu einem anstrengenden Patienten gemacht haben, da er viele Fragen stellt. Söder vergleicht medizinische Therapien mit politischen Reformen: Beide erforderten Durchhaltevermögen und Vertrauen in Fachleute. Trotz kritischer Stimmen zu seinen Social-Media-Aktivitäten sieht er diese als wichtigen Weg, jüngere Wähler zu erreichen. Er befindet sich bereits in der Rehabilitation und berichtet von Fortschritten bei seiner Genesung.
InhaltMarkus Söder ist als Filmfan bekannt und dafür, mit launigen Anekdoten sein Image als Ministerpräsident von nebenan zu pflegen. Seine neue Erkenntnis: Arztserien haben ihn zum anstrengenden Patienten gemacht. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die erzwungene Ruhepause nach seiner Hüft-OP an Weihnachten zum Nachdenken genutzt. "Es war wie im Urlaub: Ab dem dritten Tag fallen mir tausend Dinge ein, die man machen könnte", sagte Söder der "Augsburger Allgemeinen". Für das Ärzteteam sei er wahrscheinlich ein anstrengender Patient gewesen. "Mir geht es da wohl wie vielen Menschen: Ich habe ›Dr. House‹ und andere Arzt-Serien gesehen und stelle auf Basis dieses Halbwissens immer wieder Nachfragen." Aber er höre auch auf den Rat der Fachleute, betonte Söder. "Eine medizinische Therapie ist so ähnlich wie Reformen in der Politik: Die Therapie tut weh und mittendrin zweifelt man auch mal. Aber wer es durchzieht, wird erfolgreich sein." Auf Instagram schrieb Söder kurz vor dem Jahreswechsel: "Lange habe ich es vor mir hergeschoben: Jetzt habe ich mich endlich an der Hüfte operieren lassen". Zum genauen Zeitpunkt oder der Art des Eingriffs machte er keine Angaben. Es sei jedoch "alles gut verlaufen". Weiter schrieb er: "Bin bereits in der Reha und trainiere fleißig. Bis ich komplett fit bin, wird es noch etwas dauern. Aber es geht schon wieder gut voran – auch bei der Arbeit im Büro." Auf einem Bild waren zwei Krücken zu sehen, im Hintergrund das große bayerische Staatswappen. Mit Blick auf seine vielfach kritisierten Auftritte in den sozialen Medien sagte Söder der Zeitung: "Das erreicht sehr viele Menschen – gerade auch Jüngere, die sonst nur schwer für politische Inhalte zu gewinnen wären. Wer behauptet, Klicks spielen keine Rolle, der täuscht sich." Natürlich dürfe man nicht übertreiben, aber der Zeitaufwand dafür sei gering. "Übrigens: Wenn ich sehe, wer heute im Internet alles kocht, isst, singt oder Weihnachtspullover trägt, dann lässt sich über die Kritik zumindest streiten." (Lesen Sie hier , weshalb sich immer mehr Politiker in sozialen Medien volksnah geben und warum virale Posts selten Probleme lösen)