Remis im Bundesliga-Topspiel: Frankfurt und der BVB fahren sechs Tore lang Achterbahn

Datum09.01.2026 23:23

Quellewww.spiegel.de

TLDRIm Bundesliga-Topspiel trennten sich Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund 3:3, nachdem es in der Nachspielzeit turbulent zuging. Frankfurt zeigte Schwächen in der Defensive, während Dortmund trotz guter Leistungen nicht gewinnen konnte. Die Partie bot aufregende Momente, in der beide Teams Treffer erzielten, darunter ein Tor von Frankfurts Mahmoud Dahoud gegen seinen ehemaligen Klub. Trainer Niko Kovač von Dortmund äußerte Unzufriedenheit über das Resultat, während Frankfurt weiterhin mit defensiven Problemen kämpft.

InhaltDie Bundesliga ist zurück – und wie: Frankfurt und Dortmund liefern sich einen atemlosen Schlagabtausch. SGE-Stürmer Ebnoutalib deutet sein Potenzial zum Fan-Liebling an, in der Nachspielzeit wird es wild. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Entschuldigung angenommen: Frankfurts Mahmoud Dahoud hatte sich eigentlich schon bei den Gästefans entschuldigen wollen. Der Ex-Dortmunder schien bei der Eintracht in der Versenkung verschwunden, tauchte in der Nachspielzeit dann aber auf – und versenkte selbst, nämlich einen Schlenzer im Tor (90.+1), was Dahoud gegen seinen Ex-Klub sichtlich leid tat. Zweimal hatte der BVB geführt, nun erstmals Frankfurt, und die Uhr tickte runter. Nur tickte sie aus SGE-Sicht nicht schnell genug. Ein letzter Dortmunder Kraftakt fiel Carney Chukwuemeka im Strafraum vor die Füße, und weil die Frankfurter Abwehr in dieser Saison fast an jedem Spieltag einen Tag der offenen Tür anbietet, kam der BVB noch einmal zurück (90.+4). Das Ergebnis: 3:3 (1:1) teilen sich Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund die Punkte. Tieftraurig wird über das Resultat niemand sein, enttäuscht aber wohl beide Teams. Das Prädikat "hochklassig" wäre übertrieben, unterhaltsam war die Partie aber bis tief in die Nachspielzeit. Stimmt die Stimmung? Freitag, Flutlicht, Spitzenteams: Für ihren Start ins Jahr 2026 hatte sich die Bundesliga ein Filetstück aufbewahrt. Wirkliche Euphorie brachten allerdings weder der BVB noch die Eintracht mit: In Frankfurt hadert man mit der zweitschwächsten Defensive der Liga und Platz sieben. In Dortmund stimmen die Resultate, verloren wurde nur gegen die Bayern. Trotzdem fremdelt ein Teil der vollgasaffinen Anhängerschaft mit Niko Kovač' pragmatischem Spielstil, auch bisherige Transferflops wie Jobe Bellingham und Chukwuemeka werden kritisch beäugt. An einem Stimmungsaufheller war beiden Lagern gelegen. Sturmflaute: Weil Sturmtief "Elli" vornehmlich im Norden des Landes wütet (und so den FC St. Pauli und Werder Bremen zur Spielabsage nötigte), gab es dazu in Frankfurt auch die Gelegenheit. Dort wurde Sturmtief "Elye", Nachname: Wahi, gerade frisch nach Nizza verliehen. Anstelle des glücklosen Franzosen vertrat Younes Ebnoutalib den verletzten Jonathan Burkardt im Sturmzentrum. Ebnoutalib stand vor gut einem Jahr noch in der Regionalliga beim FC Gießen unter Vertrag, wechselte zum FC Elversberg, wurde mit zwölf Treffern zum Zweitliga-Shootingstar und war jüngst vom Fleck weg verpflichtet worden. "Ein Spieler, der einer Mannschaft wie dem BVB weh tun kann", befand SGE-Trainer Dino Toppmöller vor Anpfiff über den gebürtigen Frankfurter. "Ein guter Junge, er wird sich zerreißen." Ein Quartal Schaffenskrise: Den besseren Start erwischte der BVB. Aus vollem Lauf brachte Maxi Beier, statt Karim Adeyemi in der Startelf, den Fuß an eine scharfe Hereingabe von Julian Ryerson (10.). Mit Saisontreffer Nummer fünf schloss Beier in der BVB-Torjägerliste zu Serhou Guirassy auf. Den waren die Dortmunder aus Vorsaison noch als Alleinunterhalter gewohnt, seit dem Oktober wartet der amtierende Champions-League-Torschützenkönig aber auf einen Ligatreffer. Erneut wurde es nichts damit. Guirassys auffälligste Strafraumszene passierte im eigenen Sechzehner, als er Robin Koch umtrat und so das Elfmetergegentor durch Can Uzun verursachte (22.). Aktion/Reaktion: Nicht absprechen konnte man diesem Spiel, dass es Spaß machte. Dortmund hatte die Ballbesitzhoheit und immer mal wieder Szenen im Frankfurter Strafraum, die den als Nummer eins rehabilitierten Kauã Santos im SGE-Tor auf Trab hielten (26., 59.). Die Eintracht war sich indes nicht zu schade, in jedes Duell mit dem größten vertretbaren Risiko reinzurauschen. Arthur Theate regte sich herrlich auf, als ihm ein solcher Einsatz mal mit Gelb bedacht wurde (43.). Und auch auf der Anzeigetafel schenkten sich die Teams nichts, Felix Nmechas abgefälschtes 2:1 (68.) konterte Durchstarter Ebnoutalib (71.) mit einem technisch anspruchsvollen Abschluss zum Debüt-Tor quasi umgehend. Kein Durchschnaufen: Kovač stellte seinem BVB schließlich ein gemischtes Fazit aus: "3:3 ist nicht das, was ich haben wollte. Und auch nicht das, was wir verdient haben. Wir hätten heute gewinnen müssen." Mit der Leistung seines Teams sei er zufrieden, auch über Flautenstürmer Guirassy wollte der Coach nicht zu scharf richten. Zeit für große Umwälzungen bleibt ohnehin nicht: Schon am Dienstagabend empfängt die Borussia Werder Bremen zum Hinrundenabschluss, Frankfurt verbringt die englische Woche am selben Abend zu Gast beim VfB Stuttgart.