Datum09.01.2026 20:49
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Präsident Donald Trump drohte Kolumbien mit einem Militäreinsatz, äußerte sich jedoch nach einem Gespräch mit Präsident Gustavo Petro optimistisch, dass eine Zusammenarbeit möglich sei. Während der Befürchtung, die USA könnten gegen Kolumbien militärisch vorgehen, wurde ein Treffen im Februar im Weißen Haus vereinbart. Trump forderte die Bekämpfung des Drogenhandels und betonte, dass Kolumbien „krank“ sei. Petro äußerte zuvor Besorgnis über mögliche US-Operationen, die durch die Situation in Venezuela ausgelöst wurden.
InhaltIn Kolumbien wuchs zuletzt die Furcht, das nächste Angriffsziel der USA zu sein. Nun soll Präsident Gustavo Petro in Washington vorsprechen. Mit dem Angriff auf Venezuela und der Gefangennahme von Machthaber Nicolás Maduro hat US-Präsident Donald Trump eine Drohung wahr gemacht. Anschließend drohte Trump auch Kolumbiens Präsident Gustavo Petro mit einem Militäreinsatz. Anders als im Fall von Venezuela werden sich die beiden Staatschefs aber bald persönlich treffen, um das Gespräch zu suchen. Trump hat angekündigt, Petro Anfang Februar im Weißen Haus treffen zu wollen. Kurz zuvor hatten die beiden Staatschefs telefoniert. "Ich bin sicher, dass dies für Kolumbien und die USA sehr gut funktionieren wird, aber der Import von Kokain und anderen Drogen in die Vereinigten Staaten muss gestoppt werden", schreibt Trump in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social . Der US-Präsident hatte nach der Militäraktion in Venezuela vor Journalisten gesagt, Kolumbien sei "sehr krank" und werde von einem "kranken Mann" regiert, der es liebe, "Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen". Das werde er "nicht mehr lange machen". Auf Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, antwortete Trump: "Das klingt für mich gut." Kolumbien ist ein Nachbarstaat von Venezuela in Südamerika und gilt als wichtiger Produktionsstandort für Kokain. Kolumbiens Präsident Petro befürchtete nach eigener Aussage zeitweise tatsächlich ein militärisches Vorgehen der USA gegen sein Land. Trump habe ihm in einem Telefonat gesagt, "dass er darüber nachdachte, in Kolumbien schlechte Dinge zu tun", sagte Petro in einem Interview der Zeitung "El País" . Der linksgerichtete Staatschef nahm nach eigenen Angaben an, dass eine Militäraktion vorbereitet werde. "Der Hinweis war, dass sie bereits etwas vorbereiteten, eine militärische Operation". Welche konkrete Aktion geplant gewesen sei, wisse er nicht, nur, "dass eine im Gange war". Petro sagte, die Vorgänge in Venezuela hätten bei ihm die Sorge ausgelöst, selbst persönlich betroffen zu sein. Auf die Frage, ob er befürchtet habe, ein ähnliches Schicksal zu erleiden wie Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro, der von US-Soldaten festgenommen und in die Vereinigten Staaten gebracht worden war, antwortete er: "Zweifellos". Nach einem rund einstündigen Telefonat mit Trump am Mittwoch habe sich die Lage jedoch vorerst entspannt. "Ich glaube, sie [die Bedrohung] wurde eingefroren, aber ich kann mich irren", sagte Petro. In dem Gespräch habe er seine Positionen darlegen können, unter anderem zur Drogenbekämpfung. Trump habe ihm gesagt: "Ich weiß, dass viele Lügen über Sie erfunden wurden, genauso wie über mich." War Venezuela nur der Anfang? Welches Verhältnis Kuba, Nicaragua oder Panama zu den USA haben – und was diese Länder nun befürchten, lesen Sie hier.