Datum09.01.2026 19:38
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie USA erwägen die Wiedereröffnung ihrer Botschaft in Caracas, nachdem Machthaber Nicolás Maduro in New York festgenommen wurde. John McNamara, ein hoher US-Diplomat, kam nach Venezuela, um die Situation zu beurteilen. Die diplomatischen Beziehungen waren 2019 abgebrochen worden. Während die US-Regierung noch keine endgültige Entscheidung zur Botschaftsöffnung getroffen hat, werden Vorbereitungen getroffen. Präsident Trump plant zudem ein Treffen mit Oppositionsführerin María Corina Machado. Die USA streben eine Kontrolle über Venezuela und dessen Ölvorräte an.
InhaltDie USA wollen die Kontrolle über Venezuela übernehmen. Dafür könnte Donald Trump auch wieder eine Botschaft in Caracas aufbauen. Ein wichtiger US-Diplomat führt nun Gespräche. Seit dem US-Angriff auf Venezuela sind einige Tage vergangen, Machthaber Nicolás Maduro sitzt mittlerweile in einem Gefängnis in New York. Nun schicken die Vereinigten Staaten erstmals seit Jahren Diplomaten nach Venezuela, um eine Wiedereröffnung der seit 2019 geschlossenen US-Botschaft in Caracas zu prüfen. John McNamara, der ranghöchste US-Diplomat im benachbarten Kolumbien, reiste laut der US-Regierung in Begleitung mehrerer Mitarbeiter nach Caracas, "um eine erste Einschätzung für eine mögliche schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs vorzunehmen". Venezuela hatte die diplomatischen Beziehungen zu den USA 2019 abgebrochen, nachdem die US-Regierung den Wahlsieg des linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro nicht anerkannt hatte. Die US-Botschaft in Caracas wurde geschlossen, die US-Diplomaten verließen das Land. Nach Angaben von Diplomaten hat die US-Regierung noch keine Entscheidung zur Wiedereröffnung der Botschaft in Caracas getroffen. Grund sind demnach logistische Bedenken. Die Wiedereröffnung werde aber vorbereitet, um schnell reagieren zu können, sobald Präsident Trump grünes Licht gibt. Die Regierung der venezolanischen Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez bestätigte den Besuch der US-Diplomaten in Caracas. Demnach geht es dabei auch um Sondierungsgespräche über eine Wiederaufnahme der Beziehungen. Caracas kündigte zudem einen Gegenbesuch einer venezolanischen Delegation in Washington an. Die USA hatten in der Nacht zum vergangenen Samstag einen groß angelegten Militärangriff gestartet und Machthaber Maduro sowie seine Frau festgesetzt. In New York plädierten beide bei einem ersten Gerichtstermin wegen des Vorwurfs des "Drogenterrorismus" auf nicht schuldig. US-Präsident Trump stellte kürzlich ein mögliches Treffen mit der venezolanischen Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado in der kommenden Woche in Aussicht. Die USA wollen die Aufsicht über Venezuela übernehmen. Dabei geht es auch um die Öl-Vorräte des Landes. Die USA nehmen Venezuelas Staatschef gefangen, drohen Grönland und erklären Einflusszonen zur neuen Ordnung. Wer als Nächster dran sein könnte – und welche Hoffnung Europa jetzt hat. Die SPIEGEL-Titelstory lesen Sie hier.