Italien: Giorgia Meloni will europäischen Dialog mit Russland

Datum09.01.2026 18:58

Quellewww.spiegel.de

TLDRItaliens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni plädiert für einen Dialog zwischen Europa und Russland, um über das Ende des Angriffskriegs gegen die Ukraine zu verhandeln. Sie warnt, dass Europa nur mit einer Konfliktpartei zu sprechen, den möglichen positiven Beitrag einschränken könnte. Meloni unterstützt die Meinung von Präsident Emmanuel Macron, der ebenfalls einen Dialog mit Kremlchef Putin für sinnvoll hält. Trotz ihrer Sympathie zu Donald Trump betont sie die Bedeutung des Völkerrechts und offenbart Unterschiede in ihrer Kommunikation mit ihm.

InhaltItaliens Regierungschefin findet: "Es ist der Moment gekommen, in dem auch Europa mit Russland sprechen sollte." Sie ist mit dieser Meinung nicht allein in der EU. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni unterstützt Gespräche zwischen Europa und Russland, um angesichts internationaler Bemühungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu verhandeln. "Ich glaube, es ist der Moment gekommen, in dem auch Europa mit Russland sprechen sollte", sagte die rechte Regierungschefin bei einer Pressekonferenz. "Denn wenn Europa beschließt, an dieser Verhandlungsphase teilzunehmen, dabei aber nur mit einer der Konfliktparteien spricht, fürchte ich, dass der positive Beitrag, den es leisten könnte, am Ende begrenzt sein wird", sagte sie. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte bereits vor wenigen Wochen gesagt, dass es sinnvoll und nützlich sein könnte für Europa und die Ukraine, wieder mit Kremlchef Wladimir Putin zu sprechen, um direkt an der Diskussion beteiligt zu sein. Meloni bezog sich in ihren Ausführungen auf Macrons Äußerungen und erklärte, sie denke, der französische Präsident habe in dieser Sache recht. Meloni gilt als Sympathisantin von US-Präsident Donald Trump und als eine seiner wichtigsten Verbündeten in Europa. "Es gibt viele Dinge, bei denen ich nicht mit Trump übereinstimme. Zum Beispiel denke ich, dass das Völkerrecht verteidigt werden muss, und wenn Regeln verletzt werden, sind wir alle stärker exponiert." Über Meinungsverschiedenheit sprechen die beiden nach den Worten von Meloni offen: "Wenn ich nicht einverstanden bin, sage ich es ihm."Lesen Sie auch: Europa kann sich vorstellen, eigene Truppen als Sicherheitsgarantien in die Ukraine zu schicken. Moskau hat nun erneut auf die Pläne reagiert – allerdings in verschärfter Rhetorik.