USA entern erneut Öltanker in der Karibik

Datum09.01.2026 17:26

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Militärkräfte haben erneut einen Öltanker, die "Olina", in der Karibik entert, der verdächtigt wird, russisches Öl zu transportieren und Verbindungen zu Venezuela zu haben. Dies ist bereits der fünfte Vorfall dieser Art in kurzer Zeit. Die US-Operation verlief ohne Zwischenfälle, unterstützt von der Küstenwache. Die USA setzen seit Wochen verstärkt gegen sanktionierte Öltanker vor, auf Anweisung zur Blockade von Lieferungen zwischen Venezuela und Russland.

InhaltUS-Kräfte haben zum fünften Mal in kurzer Zeit einen Öltanker geentert. Die "Olina" soll russisches Öl transportiert haben und in der Karibik festgesetzt worden sein. Seit Wochen gehen US-Einheiten offensiv gegen Öltanker in der Karibik vor. Nun haben sie nun erneut einen Öltanker in der Region geentert. Marineinfanteristen und Matrosen hätten vor Tagesanbruch den Tanker "Olina" beschlagnahmt, teilte das für die Region zuständige Südkommando des US-Militärs (Southcom) bei X mit. Der Einsatz sei "ohne Zwischenfälle" abgelaufen. Zuvor hatten das "Wall Street Journal"  und der US-Sender ABC News  berichtet. ABC News zufolge hatte der Frachter nicht näher spezifizierte Verbindungen zu Venezuela. Laut "Wall Street Journal" waren bei dem Einsatz am frühen Freitagmorgen Kräfte der US-Küstenwache involviert. Das Schiff "Olina" sei zuvor unter einem anderen Namen bekannt gewesen. Es sei von den USA wegen des Transports von russischem Öl sanktioniert worden, hieß es weiter. Das Schiff fährt unter osttimoresischer Flagge und hat laut Marine Traffic, einem globalen Schiffsverfolgungsdienst, zuletzt Mitte November in der Nähe der Küste Venezuelas seine Position übermittelt. Die US-Heimatschutzministerin Kristi Noem teilte ein Video, das zeigen soll, wie US-Kräfte die "Olina" entern, bei X. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. In den vergangenen Wochen haben US-Streitkräfte mehrere Öltanker unter ihre Kontrolle gebracht. Erst diese Woche hatten sie ein unter russischer Flagge fahrendes Frachtschiff im Nordatlantik und einen weiteren Öltanker in der Karibik beschlagnahmt. Bei beiden Einsätzen beriefen sich die USA auf den Schutz der westlichen Hemisphäre. Mit der westlichen Hemisphäre ist meist der Doppelkontinent Amerika samt umliegender Inseln gemeint. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, eine "vollständige und komplette Blockade aller sanktionierter Öltanker auf dem Weg von und nach Venezuela" zu verhängen. Er begründete dies damit, dass das südamerikanische Land Öl, Land und andere Vermögenswerte von den USA gestohlen habe – diese müssten zurückgegeben werden.Lesen Sie auch: Trotz Warnungen aus Moskau verfolgen US-Streitkräfte einen russischen Tanker über den Atlantik und entern ihn. Ein weiteres Schiff wurde in der Karibik beschlagnahmt. Haben die USA internationales Seerecht verletzt?