Datum09.01.2026 14:50
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Bezirk Spandau plant eine dauerhafte Gedenkstätte für die 2005 ermordete Hatun Sürücü, um an die Gewalt gegen Frauen und patriarchale Strukturen zu erinnern. Ihr Grab auf dem Friedhof in Gatow soll neu gestaltet werden, inklusive eines Gedenksteins. Sürücü wurde von ihrem Bruder erschossen, nachdem sie sich gegen die Traditionen ihrer Familie gewandt hatte. Die Gedenkstätte soll ein Ort des stillen Erinnerns werden und künftig an die Thematik der Gewalt gegen Frauen erinnern.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gewalt gegen Frauen“. Lesen Sie jetzt „Bezirk will Grabstelle von Hatun Sürücü dauerhaft erhalten“. Mit einer Gedenkstätte soll in Berlin dauerhaft an die Ermordung der Deutsch-Türkin Hatun Sürücü erinnert werden. Das Bezirksamt Spandau wird ihr Grab auf dem Friedhof in Gatow erhalten und neu gestalten, wie ein Behördensprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. "Die geplante Gedenkstätte soll das Grab dauerhaft sichern und als Ort des Erinnerns sichtbar machen", hieß es. Dies sei Bezirksbürgermeister Frank Bewig und ihm wichtig, teilte Baustadtrat Thorsten Schatz mit. "Der Tod von Hatun Sürücü war grausam und hat viele Menschen bis heute tief erschüttert." Die Gedenkstätte solle ein Ort des stillen Erinnerns sein. "Wir dürfen nicht wegsehen und wir dürfen nicht vergessen", betonte Schatz. Sürücü wurde am 7. Februar 2005 im Alter von 23 Jahren an einer Bushaltestelle in Tempelhof von einem ihrer Brüder erschossen. Ihre Ermordung löste bundesweit Entsetzen und eine Diskussion um patriarchale Strukturen in muslimischen Einwandererfamilien aus. Gegen den Willen ihrer Familie hatte Sürücü ihr Kopftuch abgelegt und einen Beruf gelernt. Ihr westlicher Lebensstil verletzte vermeintlich die Ehre der Familie. Nach mehr als neun Jahren Jugendhaft wurde der Täter in die Türkei abgeschoben. Ein Gericht in Istanbul sprach zwei Brüder vom Vorwurf der Mittäterschaft frei. Das Bezirksamt Spandau will nun das Grab auf dem islamischen Friedhof nach der Frostperiode im Frühjahr neu einfassen und bepflanzen lassen. Zudem sei ein Gedenkstein geplant. Erste vorbereitende Maßnahmen wurden nach Angaben des Bezirks eingeleitet. Dazu gehört auch die Umbettung an einen neuen Ort innerhalb des Friedhofs, wie es hieß. © dpa-infocom, dpa:260109-930-521595/1