Datum08.01.2026 22:01
Quellewww.zeit.de
TLDRDie deutschen Handballer haben sich in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft mit einem 32:29-Sieg gegen Angstgegner Kroatien Selbstvertrauen erarbeitet. Der Erfolg in Zagreb, angeführt von Torhüter David Späth mit 14 Paraden, ist ein positives Zeichen vor einer schwierigen EM mit starken Gegnern wie Dänemark und Frankreich. Die deutsche Auswahl, die zuvor vier Niederlagen gegen Kroatien hinnehmen musste, zeigt sich offensiv stark, hat jedoch noch Verbesserungspotenziale in der Fehlervermeidung.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Handball-EM-Vorbereitung“. Lesen Sie jetzt „Sieg gegen den Angstgegner: Handballer in EM-Form“. Angeführt von Torhüter David Späth haben sich die deutschen Handballer mit einem Erfolg über Angstgegner Kroatien mächtig Selbstvertrauen für die Europameisterschaft geholt. Die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason setzte sich in Zagreb gegen den Vize-Weltmeister mit 32:29 (17:14) durch und machte ihren Fans trotz einer sehr schwierigen Auslosung Hoffnung auf eine erfolgreiche EM. Am Sonntag treffen sich beide Teams zur EM-Generalprobe in Hannover wieder. Zuvor hatte das DHB-Team viermal in Folge gegen die von Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson trainierten Kroaten verloren. Im mit 15.200 Zuschauern ausverkauften Hexenkessel von Zagreb waren Kapitän Johannes Golla, Juri Knorr und Renars Uscins mit je fünf Toren beste Werfer für Deutschland. Späth überragte mit 14 Paraden. Anders als in den Vorjahren setzte die deutsche Mannschaft in der unmittelbaren EM-Vorbereitung bewusst auf ein Auswärtsspiel gegen die unbequemen Kroaten. Ziel war es, die Komfortzone zu verlassen und sich vor der aus deutscher Sicht wohl schwierigsten EM seit Jahren mit einem absoluten Top-Team zu messen. Denn bereits in den Vorrundenspielen im dänischen Herning gegen Österreich, Serbien und Spanien dürfte die DHB-Riege stark gefordert werden. In der Hauptrunde könnten mit Olympiasieger Dänemark, Titelverteidiger Frankreich und dem WM-Vierten Portugal sowie Norwegen schließlich die besten Teams der Welt warten. "Das wird das härteste Turnier, das ich je gespielt habe", hatte Gislason erklärt. In den ersten Minuten gelang es der deutschen Auswahl, die Arena in Zagreb weitgehend ruhig zu halten. Die Gäste profitierten von Abspielfehlern der Hausherren und waren über Kreisläufer Golla erfolgreich - der Kapitän erzielte die ersten drei Tore für den DHB. In der Folge schlichen sich jedoch viele einfache Fehler ins Spiel, vor allem Rückraumspieler Franz Semper leistete sich einige Patzer. Im Tor erhielt Späth den Vorzug vor Andreas Wolff und rechtfertigte das Vertrauen mit sieben Paraden bis zur Pause. Zusammen mit einer gut abgestimmten Abwehr um DHB-Neuling Tom Kiesler sorgte der impulsive Schlussmann dafür, dass der Olympia-Zweite acht Minuten ohne Gegentor blieb und aus einem Zwei-Tore-Rückstand ein 17:14 zur Pause machte. Kroatien brauchte nach Wiederanpfiff keine fünf Minuten, um auf 18:18 zu stellen. Doch dann schlichen sich wieder mehrere Fehler ins Spiel der Gastgeber und Deutschland profitierte von seiner Kaderbreite. So wirbelte Miro Schluroff beim 23:21 flexibel über das Feld, kam mal im rechten, mal im linken Rückraum und auch in der Abwehr zum Einsatz. Im Innenblock war nun Füchse-Profi Matthes Langhoff der Mann an Gollas Seite. In der Schlussphase vereitelte Kroatiens Keeper Dino Slavic einige Würfe der Deutschen und plötzlich führte sein Team mit 26:24. Obwohl Marko Grgic freistehend mehrmals vergab, drehte Deutschland noch das Spiel - vor allem dank Späth. © dpa-infocom, dpa:260108-930-517599/1