Datum08.01.2026 21:17
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Vizepräsident JD Vance warnt Europäer, Trumps Drohungen bezüglich Grönland nicht ernst zu nehmen. Trump bekräftigte den US-Anspruch auf die strategisch wichtige Insel zur nationalen Sicherheit. Während Trump eine Diskussion in 20 Tagen ankündigt, unterstützen europäische Länder, darunter Deutschland und Großbritannien, Dänemarks Recht auf Selbstbestimmung der Grönländer. Die Sorge um Trumps aggressive Außenpolitik, insbesondere nach dem Militärangriff auf Venezuela, verstärkt die Spannungen. Ein Treffen zur Klärung der Situation soll kommende Woche stattfinden.
InhaltDer US-Vizepräsident warnt Europa: Donald Trump meine seine Drohungen zu Grönland ernst. Unterdessen stellen sich mehrere europäische Länder klar hinter Dänemark und betonen das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer. US-Vizepräsident JD Vance hat die Europäer gewarnt, dass es Präsident Donald Trump mit seinen Äußerungen zu Dänemark ernst meint. "Mein Rat an die europäischen Staats- und Regierungschefs und alle anderen wäre, den Präsidenten der Vereinigten Staaten ernst zu nehmen", antwortete Vance, als er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus zu Grönland befragt wurde. Trump hatte am vergangenen Sonntag den US-Anspruch auf das zu Dänemark gehörende Grönland bekräftigt: "Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit", sagte er. "Lassen Sie uns in 20 Tagen über Grönland sprechen." US-Außenminister Marco Rubio sagte am Mittwoch, ein Treffen zu Grönland werde nächste Woche stattfinden, ohne genaue Angaben zu Zeitpunkt, Ort oder Teilnehmern zu machen. Nach dem US-Militärangriff auf Venezuela und der Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro sind die Ängste bei westlichen Partnern der USA gewachsen, dass Trump seine Drohungen über eine Einnahme des rohstoffreichen und geostrategisch günstig gelegenen Grönlands in die Tat umsetzen könnte. Am Dienstag veröffentlichten mehrere Staats- und Regierungschefs – unter ihnen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) – eine Erklärung, in der sie Dänemark ihre Unterstützung zusicherten. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer sprach am Mittwochabend mit US-Präsident Donald Trump über dessen Besitzansprüche auf Grönland. In dem Telefonat habe Starmer dabei seine Position zum Thema der US-Ansprüche auf Grönland deutlich gemacht, hieß es in einer Mitteilung des Londoner Regierungssitzes 10 Downing Street. Großbritannien vertritt wie Deutschland und andere europäische Verbündete den Standpunkt, dass nur die Grönländer selbst und Dänemark über die Zukunft des autonom verwalteten Territoriums entscheiden sollen. US-Präsident Trump erhebt hingegen Ansprüche auf die zum Königreich Dänemark gehörende Insel.