Ermittler aus Minnesota werfen US-Staatsanwaltschaft Behinderung der Ermittlungen vor

Datum08.01.2026 19:34

Quellewww.spiegel.de

TLDRErmittler aus Minnesota melden, dass ihre Untersuchungen zum tödlichen Schuss eines ICE-Beamten auf eine Frau in Minneapolis behindert werden. Die US-Staatsanwaltschaft hat entschieden, dass nur das FBI die Ermittlungen leiten soll, und entzieht der lokalen Behörde den Zugang zu wichtigen Fallunterlagen. Die US-Regierung spricht von Notwehr, während lokale Berichte einen anderen Sachverhalt nahelegen. Die getötete Frau, Renee Nicole Macklin Good, war eine dreifache Mutter und steht in Verbindung mit einem prominenten Aktivisten.

InhaltDie US-Regierung spricht nach den tödlichen Schüssen eines ICE-Beamten von Notwehr, lokale Behörden widersprechen. Minnesotas Strafverfolgungsbehörde wurde nun offenbar der Zugang zu Fallunterlagen entzogen. Ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde ICE hat in Minneapolis eine Frau erschossen. Die Strafverfolgungsbehörde des US-Bundesstaates Minnesota kritisiert nun, dass ihre Ermittlungen in dem Fall behindert würden. Die US-Staatsanwaltschaft habe entgegen vorheriger Absprachen am Mittwochnachmittag (Ortszeit) entschieden, dass ausschließlich die US-Bundespolizei FBI die Ermittlungen leiten solle, teilte der Leiter des Bureau of Criminal Apprehension (BCA) mit. Noch am Vormittag sei geplant gewesen, die Behörde des Bundesstaats in die Ermittlungen einzubeziehen. Nun ist die Strafverfolgungsbehörde der Mitteilung zufolge informiert worden, dass sie "keinen Zugriff mehr auf für eine gründliche und unabhängige Untersuchung erforderlichen Fallunterlagen, Beweismitteln vom Tatort und Ermittlungsbefragungen" hat. Der Behördenleiter Drew Evans kritisierte: "Ohne vollständigen Zugang zu den gesammelten Beweismitteln, Zeugen und Informationen können wir die Ermittlungsstandards, die das Gesetz von Minnesota und die Öffentlichkeit fordern, nicht erfüllen." US-Heimatschutzministerin Kristi Noem entgegnete bei einer Pressekonferenz, dass die Behörde nicht ausgeschlossen worden sei. Sie argumentierte, dass die lokalen Ermittler bei dieser Untersuchung nicht zuständig seien. Die Ermittlungseinheit der BCA war nach eigenen Angaben 2020 geschaffen worden. Sie soll unabhängige und transparente Untersuchungen bei Gewaltanwendungen durch Polizeibeamte gewährleisten können. Ein Beamter der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE hatte am Dienstag in Minneapolis eine Autofahrerin erschossen. Videos deuten darauf hin, dass die Frau vor den Beamten wegfahren wollte, das Heimatschutzministerium behauptet hingegen, die Frau habe versucht, Beamte während des Einsatzes zu überfahren. Nach Angaben der Polizei befand sich die 37-Jährige in ihrem Fahrzeug und blockierte eine Straße, als sich ein ICE-Beamter zu Fuß näherte. Das Auto setzte sich demnach in Bewegung, woraufhin mindestens zwei Schüsse fielen. Die Frau habe eine Kopfverletzung erlitten und sei im Krankenhaus für tot erklärt worden. Die Tat ereignete sich am Mittwoch in einem Wohngebiet südlich der Innenstadt, wie eine Sprecherin des Heimatschutzministeriums mitteilte. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf das Büro der demokratischen Senatorin Tina Smith, bei dem Todesopfer handele es sich um die Ehefrau ‌eines prominenten Aktivisten: Renee Nicole Macklin Good, eine 37-jährige dreifache Mutter. Sie sei erst kürzlich nach Minnesota gezogen. Mit dem Gesetz sei sie bis auf einen Verkehrsverstoß noch nie in Konflikt geraten. Ihr Ex-Mann beschreibt sie als friedliebende Christin, die noch nie an Protesten teilgenommen habe. US-Präsident Donald Trump verteidigte das Vorgehen des ICE-Beamten. Lesen Sie dazu hier   mehr.