Datum08.01.2026 19:03
Quellewww.spiegel.de
TLDRHunderte Touristen, darunter auch Deutsche, sind auf der jemenitischen Insel Sokotra gestrandet, da der Flugverkehr wegen des eskalierenden Bürgerkriegs eingestellt wurde. Das Auswärtige Amt bestätigt, dass eine niedrige zweistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger vor Ort ist und im Kontakt mit der Botschaft in Riad steht. Unklar bleibt, wie diese die Insel verlassen sollen, während das jemenitische Außenministerium an einem Flug nach Dschidda arbeitet. Sokotra ist UNESCO-Welterbe, bekannt für ihre einzigartige Biodiversität und hat in den letzten Jahren an touristischer Beliebtheit gewonnen.
InhaltHunderte Touristen sitzen auf der jemenitischen Insel Sokotra fest, haben teils kein Bargeld mehr. Flugzeuge bleiben wegen des Bürgerkriegs am Boden. Nun stellt sich heraus: Unter ihnen sind auch Deutsche. Unter den Hunderten Touristen, die auf der jemenitischen Insel Sokotra im Indischen Ozean festsitzen, befinden sich auch Deutsche. Das bestätigte das Auswärtige Amt dem Portal t-online . "Nach unserem Kenntnisstand befindet sich eine niedrige zweistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger auf Sokotra", heißt es demnach vom deutschen Außenministerium. "Dem Auswärtigen Amt sind die Medienberichte und die Situation bekannt", geht die Stellungnahme weiter. "Wir stehen im engen Austausch mit unserer zuständigen Botschaft in Riad, die mit den deutschen Staatsangehörigen Kontakt hält." Die deutsche Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ist geschlossen, es besteht eine Reisewarnung für das Land. "Alle Deutschen, die das Land noch nicht verlassen haben, werden zur Ausreise aus Jemen aufgefordert", heißt es auf der Website des Außenministeriums . Wie die Deutschen Sokotra verlassen sollen, ist unklar. Dem Auswärtigen Amt zufolge ist das jemenitische Außenministerium dabei, einen Flug von Sokotra nach Dschidda (Saudi-Arabien) zu organisieren. Anfang der Woche war bekannt geworden, dass auf Sokotra mehrere Hundert Touristen gestrandet sind. Wegen des eskalierenden Bürgerkriegs war der Flugverkehr eingestellt worden. Vielen Besuchern ging offenbar das Bargeld aus. Im Jemen hatte sich der seit 2014 tobende Bürgerkrieg kürzlich zugespitzt. Statt geeint gegen die Huthi-Miliz zu kämpfen, bekriegen sich Fraktionen der Regierung plötzlich gegenseitig: Von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte Separatisten nahmen in der vergangenen Woche große Gebiete ein, die auch an Saudi-Arabien grenzen. Die offizielle Regierung des Jemen, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, ist schwach, konnte die Gebiete inzwischen aber wieder zurückgewinnen. Vizeaußenminister Mustafa Noman erklärt, was die Emirate damit zu tun haben und warum der Krieg auch Deutschland angeht. Das SPIEGEL-Interview lesen Sie hier. Trotz des seit 2014 andauernden Bürgerkriegs, in dessen Fokus die Insel 2020 geraten war, hat Sokotra in den vergangenen Jahren unter Touristen an Beliebtheit gewonnen. Sie ist Unesco-Welterbe und bekannt für ihre einzigartige Biodiversität. 37 Prozent der 825 Pflanzenarten Sokotras und 90 Prozent der Reptilienarten kommen laut Unesco nirgendwo sonst auf der Welt vor.