Terrorismus: Haftstrafe für mutmaßlichen IS-Unterstützer - gefordert

Datum08.01.2026 18:15

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Prozess gegen einen 19-jährigen mutmaßlichen IS-Unterstützer beantragt die Bundesanwaltschaft eine Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren. Der Angeklagte wird beschuldigt, Anschläge gegen die israelische Botschaft in Berlin geplant und Propagandamaterial für den IS übersetzt zu haben. Er distanzierte sich während des Prozesses von extremistischen Ansichten und behauptete, keinen ernsthaften Anschlag geplant zu haben. Der Prozess wird am 12. Januar fortgesetzt, ein Urteil könnte am 16. Januar verkündet werden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Terrorismus“. Lesen Sie jetzt „Haftstrafe für mutmaßlichen IS-Unterstützer - gefordert“. Der Prozess um mögliche Anschlagspläne gegen die israelische Botschaft in Berlin steht vor dem Abschluss. Die Beweisaufnahme wurde geschlossen und die Bundesanwaltschaft hat eine Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren beantragt, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Die oberste Anklagebehörde sieht in dem angeklagten 19-Jährigen einen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Sie wirft ihm unter anderem Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Der Prozess vor dem Berliner Kammergericht soll am Montag (12. Januar) mit dem Plädoyer der Verteidigung fortgesetzt werden, wie es hieß. Ein Urteil könnte demnach am 16. Januar gesprochen werden.  Der Angeklagte hatte sich zum Prozessauftakt Anfang Dezember reumütig gezeigt und sich vollständig von radikalem Gedankengut distanziert. Einen Anschlag in Deutschland habe er nicht ernsthaft geplant, ließ der 19-Jährige über seine Verteidigerin erklären.  Laut Anklage plante er ab Anfang Februar 2025, einen Anschlag in Deutschland gegen nach seiner Auffassung "Ungläubige" zu begehen. Dabei soll er die israelische Botschaft als Ziel in Betracht gezogen haben.  Parallel zu seinen Anschlagsideen soll der 19-Jährige, der in Österreich geboren wurde und zuletzt in einer Flüchtlingsunterkunft in Potsdam wohnte, für den IS Propagandamaterial übersetzt haben. Am 20. Februar begab er sich zum Flughafen, um nach Pakistan zu reisen. Dort habe er sich dem IS anschließen und militärisch trainieren lassen wollen, so der Vorwurf. Der Mann wurde jedoch festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. © dpa-infocom, dpa:260108-930-517041/1