Datum08.01.2026 17:55
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Iran ist die Protestwelle gegen die Staatsführung weiterhin stark, unterstützt von einem Generalstreik in den kurdischen Gebieten, zu dem die Exil-Opposition aufgerufen hat. Der Streik wurde in etwa 40 Städten und Ortschaften befolgt, während Sicherheitskräfte brutal gegen Demonstrierende vorgehen. Ein Polizist wurde in der Nähe von Teheran erstochen. Die iranischen Behörden haben das Internet in mehreren Regionen, darunter die Unruhen erduldende Provinz Kermanschah, stark eingeschränkt.
InhaltDie Protestwelle im Iran hält an: Viele sind offenbar einem Aufruf zum Generalstreik der Exil-Opposition nachgekommen. Das Internet wurde teilweise eingeschränkt. Die iranische Exil-Opposition hat zu einem Generalstreik in den Kurdengebieten im Westen des Iran aufgerufen, der offenbar weithin befolgt wurde. Damit unterstützen die im benachbarten Irak ansässige iranisch-kurdische Oppositionsgruppen die seit zwölf Tagen andauernden Proteste gegen die Staatsführung. Nach Angaben der in Norwegen ansässigen Menschenrechtsgruppe Hengaw waren rund 40 Ortschaften und Städte von dem Generalstreik betroffen. Die Gruppe veröffentlichte Bilder aus den westlichen Provinzen Ilam, Kermanschah und Lorestan, auf denen geschlossene Geschäfte zu sehen waren. Menschenrechtsorganisationen zufolge gingen Sicherheitskräfte vielerorts gewaltsam und mit Tränengas gegen die Demonstrierenden vor. In der Nähe von Teheran wurde ein Polizist erstochen. Angesichts der anhaltenden Proteste schränkten die Behörden das Internet ein. In der westlichen und von Unruhen erschütterten Provinz Kermanschah verzeichnete die Organisation Netblocks, die sich auf die Beobachtung von Internetsperren spezialisiert hat, einen Totalausfall beim wichtigsten Internetbetreiber TCI. Auch in anderen Landesteilen wurde das Netz beschränkt, wie Bewohner berichteten. Betroffen war auch das mobile Internet in einigen Großstädten. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.