Datum20.10.2025 08:10
Quellewww.spiegel.de
TLDRL'Oréal übernimmt für vier Milliarden Euro die Kosmetiksparte von Kering, einschließlich der Parfümmarke Creed. Die Vereinbarung umfasst zudem eine 50-jährige Exklusivlizenz zur Produktentwicklung für Kering-Marken wie Bottega Veneta und Balenciaga. Der Deal ist der erste große Schritt des neuen Kering-Chefs Luca de Meo zur Schuldenreduktion und Beschleunigung des Wachstums, während Kering mit einem gesunkenen Börsenwert und Problemen bei seiner Marke Gucci kämpft. Der Abschluss der Transaktion wird für die erste Hälfte des kommenden Jahres erwartet.
InhaltErst vor wenigen Jahren hat der Luxuskonzern Kering eine Kosmetiksparte gegründet. Nun übernimmt L'Oréal das Geschäft für vier Milliarden Euro, inklusive Entwicklungslizenzen für namhafte Designermarken. Der französische Kosmetikkonzern L'Oréal baut seine Schönheitssparte aus und übernimmt für vier Milliarden Euro den Kosmetikbereich des Luxusgüterunternehmens Kering. Dazu gehört unter anderem der Parfümhersteller Creed. Wie die beiden Unternehmen mitteilten, beabsichtigen sie zudem, eine langfristige strategische Allianz einzugehen. So erhält L'Oréal eine 50-jährige Exklusivlizenz zur Entwicklung von Produkten für die Kering-Marken Bottega Veneta, Balenciaga und McQueen. Der Abschluss der Transaktion wird in der ersten Hälfte des kommenden Jahres erwartet. Kering hatte seine Kosmetiksparte erst vor wenigen Jahren gegründet und 2023 die Luxus-Parfümmarke Creed für 3,5 Milliarden Euro in bar übernommen. Der Verkauf der noch jungen Sparte ist der erste große Deal des neuen Kering-Chefs Luca de Meo, der zuvor den Autokonzern Renault geleitet hatte. Er will damit das Wachstum beschleunigen und Schulden reduzieren. Kering wird von der französischen Familie Pinault kontrolliert und steckt mitten im Umbau. Der Börsenwert ist wegen der vielen Probleme des Unternehmens – vor allem bei der Kernmarke Gucci – um rund die Hälfte auf weniger als 40 Milliarden Euro gefallen. Der Börsenwert von L'Oréal ist dagegen in der Zeit um rund ein Drittel auf knapp 210 Milliarden Euro gestiegen. Die Nettoverschuldung von Kering belief sich Ende Juni auf 9,5 Milliarden Euro, hinzu kommen sechs Milliarden Euro an langfristigen Leasingverbindlichkeiten, was bei Anlegern für Besorgnis gesorgt hatte. Bei seiner größten Marke Gucci kämpft der Konzern mit schwachem Wachstum, weil die Nachfrage auf dem wichtigen chinesischen Markt nachgelassen hat.