Datum08.01.2026 15:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDie SPD distanziert sich von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nach dessen umstrittenem Tennismatch während eines Stromausfalls. SPD-Fraktionschef Raed Saleh kritisiert Wegners Umgang mit der Krise und fordert von der CDU mehr Selbstreflexion. Wegner habe am Samstag Tennis gespielt, obwohl er zuvor erklärt hatte, beschäftigt zu sein. Die Koalitionsfraktionen haben eine Arbeitsgruppe zur Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur eingerichtet, um aus der Situation zu lernen und die Resilienz Berlins zu stärken.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Umstrittenes Tennismatch“. Lesen Sie jetzt „Koalitionspartner SPD geht auf Distanz zu Wegner“. Die SPD als Koalitionspartner der CDU in Berlin geht auf Distanz zum Regierenden Bürgermeister Kai Wegner. "Die Senatoren, insbesondere die Innen-, Wirtschafts-, Gesundheits- und Sozialsenatorin sowie der Finanzsenator, haben diese Krise erfolgreich bewältigt", erklärte SPD-Fraktionschef Raed Saleh auf dpa-Anfrage. "Umso schwerer wiegt der unverständliche Umgang des Regierenden Bürgermeisters mit dieser Krise und dessen Verhalten den Berlinerinnen und Berlinern gegenüber. Dem Koalitionspartner sollte klar sein, dass die Berlinerinnen und Berliner erwarten, dass die CDU einen kritischen Blick auf sich selbst richtet." Wegner hatte am Mittwoch eingeräumt, am Samstag wenige Stunden nach Beginn des durch einen Brandanschlag ausgelösten Stromausfalls von 13.00 bis 14.00 Uhr Tennis gespielt zu haben. Er habe den "Kopf freikriegen" wollen. Inzwischen ist bekannt, dass er die Partie zusammen mit einem anderen Senatsmitglied spielte – seiner Lebensgefährtin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). Am Sonntag hatte Wegner auf eine Journalistenfrage noch gesagt, er sei den ganzen Samstag am Telefon gewesen und habe versucht zu koordinieren. Inzwischen sieht er die Aussage selbstkritisch. Saleh verwies darauf, das die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU eine Arbeitsgruppe "Resilienz der öffentlichen Infrastruktur" eingesetzt hätten, um Lehrern aus der Stromkrise zu ziehen. "Diese soll zeitnah erforderliche Vorschläge zu Abläufen, Ressourcen und gesetzlichen Regelungen erarbeiten", so der Politiker. "Die SPD-Fraktion wird ihren Teil dazu beitragen, dass Berlin in Zukunft resilienter aufgestellt ist." © dpa-infocom, dpa:260108-930-515476/1