Datum08.01.2026 14:06
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Norddeutschland, insbesondere Hamburg, sind in den vergangenen Tagen aufgrund von Schnee und Eis die Notaufnahmen überlastet. Viele Menschen erlitten Sturzverletzungen, die Zahl der Patienten stieg erheblich, teils auf das Doppelte. Kliniken wie die Asklepios-Kliniken und das Universitäts-Klinikum Hamburg-Eppendorf konnten die Verletzungen bisher gut bewältigen, jedoch wurde die Bevölkerung aufgefordert, bei glatten Bedingungen zuhause zu bleiben, um das Risiko von Verletzungen und die Belastung der Krankenhäuser zu verringern.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Winter in Norddeutschland“. Lesen Sie jetzt „Notaufnahmen mit mehr Patienten wegen Eis und Schnee“. Wegen des vielen Schnees und Eises auf den Straßen und Gehwegen in Hamburg sind in dieser Woche viele Menschen gestürzt und haben sich verletzt. "In den vergangenen Tagen gab es deutlich mehr Patientinnen und Patienten, die nach Stürzen in eine unserer sieben Notaufnahmen in Hamburg gekommen sind", sagte ein Sprecher der Asklepios-Kliniken der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Die Pflegekräfte in den Notaufnahmen, das OP-Personal, die Röntgenspezialisten und die Unfallchirurgen seien rund um die Uhr im Dauereinsatz und derzeit stark gefordert. "In der Klinik in St. Georg zum Beispiel gab es etwa die doppelte Anzahl an Unfallverletzungen wie sonst üblich." Allein am Wochenende seien dort mehr als 20 Frakturen behandelt und operiert worden. Das seien vor allem die üblichen Abstützverletzungen an Handgelenken oder Ellenbogen gewesen, aber auch Oberschenkelhalsfrakturen. Das höhere Aufkommen sei bislang gut kompensiert worden. Für die kommenden Tage seien die Notaufnahme-Teams gut gerüstet. "Planbare Operationen mussten angesichts der Wetterlage und der vermehrten Stürze unseres Wissens bislang nicht verschoben werden." Das Universitäts-Klinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) behandelt seit dem Wochenende täglich bis zu 20 Patientinnen und Patienten mit wetterbedingten Verletzungen wie Kopfwunden, Frakturen aller Art oder umgeknickten Sprunggelenken in der Zentralen Notaufnahme (ZNA). Normalerweise werden dort pro Tag zwischen 170 und 200 Menschen behandelt. Die Glatteisunfälle könne das Team deshalb bislang ohne personellen Mehraufwand bewältigen. Dennoch werde das Personal in der ZNA in diesen Tagen verstärkt. Die Ärzte geben zudem eine klare Empfehlung ab: Wer nicht raus muss, sollte derzeit einfach daheim bleiben. Ganz besonders, wenn man derzeit nicht gut bei Fuß ist. "Auch Radfahren sollte man aktuell besser nicht", sagte der Asklepios-Sprecher weiter. Die Bitte hat zwei Hintergründe, wie Karl-Heinz Frosch, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des UKE, erklärt: "So senken Sie das Risiko, aufgrund der Glätte zu stürzen, schützen sich vor Verletzungen und helfen dabei, die Krankenhäuser in der Stadt zu entlasten." © dpa-infocom, dpa:260108-930-515094/1