Datum08.01.2026 13:28
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Leipzig haben Kinder ein koscheres Café angegriffen, indem sie eine Israelfahne entwendeten und später mit anderen zurückkehrten, um unter "Fuck Israel"-Rufen zu attackieren. Sie warfen Plastikflaschen und versuchten, in das Café einzudringen. Ein Mitarbeiter beobachtete den Vorfall und die Polizei identifizierte zwei Tatverdächtige, die bereits als Intensivtäter bekannt sind. Da sie unter 14 Jahren sind, bleibt ihnen eine Strafverfolgung allerdings erspart. Ermittlungen laufen wegen Sachbeschädigung, gefährlicher Körperverletzung und Volksverhetzung.
InhaltIn Leipzig sollen Kinder eine Israelfahne an einem Café abgerissen haben. Später kehrten sie laut Polizei mit anderen zurück und griffen unter "Fuck Israel"-Rufen an. Mehrere Kinder und Jugendliche sollen in Leipzig ein koscheres Café angegriffen und dabei volksverhetzende Inhalte gerufen haben. Nach Angaben der Leipziger Polizei sollen sie gefüllte Plastikflaschen in Richtung einer Mitarbeiterin geworfen und sie damit leicht am Schienbein verletzt haben. In einer Pressemitteilung der Polizei heißt es, dass ein Mitarbeiter des Cafés im Stadtteil Plagwitz zunächst zwei Kinder dabei beobachtet habe, wie sie eine am Café angebrachte Israelfahne entwendeten. Der Mitarbeiter habe die Kinder darauf angesprochen, worauf sie die Fahne zurückgegeben hätten und weggegangen wären. Wenig später sollen sie jedoch mit sechs weiteren Kindern und Jugendlichen zurückgekommen sein. Aus dieser Gruppe kam es laut Polizei zu den Flaschenwürfen und zu volksverhetzenden Rufen. Die Kinder sollen außerdem versucht haben, in das Café einzudringen und mit einem Pappaufsteller gegen die Scheibe geschlagen haben. Auf Nachfrage der ZEIT sagte ein Polizeisprecher, dass die Kinder "Fuck Israel" gerufen haben sollen. Bei dem angegriffenen Café handele es sich um das HaMakom Leipzig, das auch als Ausstellungsort dient. Auf seiner Website bezeichnet sich das HaMakom als "Ort von jüdischem Leben, Begegnung und persönlicher Aufarbeitung". Mithilfe von Videoaufnahmen konnte die Polizei nach eigenen Angaben zwei Tatverdächtige identifizieren. Es handle sich um einen Zehn- und einen Elfjährigen, die bereits als Intensivtäter bekannt seien. Da Kinder unter 14 Jahren nicht strafmündig sind, würden diese zwar zunächst als Beschuldigte geführt, das Verfahren aber nach Abschluss der Ermittlungen eingestellt, sagte der Polizeisprecher der ZEIT. Weil die andere Verdächtige bisher nicht identifiziert seien, werde wegen Sachbeschädigung, gefährlicher Körperverletzung und Volksverhetzung gegen unbekannt ermittelt.