Mit Hilfe von KI: Finder von Sylter Flaschenpost hat Kontakt zum Absender

Datum20.10.2025 07:16

Quellewww.spiegel.de

TLDREine Flaschenpost, die vor Jahren auf Sylt gefunden wurde, wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und sozialen Medien erfolgreich dem Absender Adam Tyndall aus England zugeordnet. Tyndall war als Kind in Frankreich in den Atlantik geworfen worden. Malte Bayer, der die Flasche 2018 fand, und Tyndall führten kürzlich ein Online-Meeting, in dem Tyndall seine Identität bestätigte. Bayer denkt über einen Besuch Tyndalls in London nach, nachdem dieser sogar ein Beweisfoto aus seiner Kindheit teilte.

InhaltVor Jahren hat eine Familie auf Sylt eine Flaschenpost gefunden. Nun ist klar, wer sie vor Jahren ins Meer geworfen hat und sogar wo. Sogar ein Beweisfoto soll es geben. Jahrelang lag eine auf Sylt gefundene Flaschenpost als verwitterte Dekoration bei ihren Findern. Dann gelang es, mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Medienberichten den Absender ausfindig zu machen. Der bestätigte jetzt, die Nachricht verfasst und ins Meer geworfen zu haben. Der heute 28-jährige Adam Tyndall aus England hat die Flasche demnach als Kind in den Ferien in Frankreich in Agon-Coutainville in der Normandie in den Atlantik geworfen. Rund elf Jahre war das Gefäß unterwegs, schwamm vom Atlantik bis in die Nordsee und erreichte schließlich Sylt. Dort entdeckte sie Malte Bayer aus Baden-Württemberg im Jahr 2018 am Strand. Im September 2025 setzte Bayers Familie aus Neugier mehrere KI-Tools ein, um mehr über den Absender zu erfahren. Die KI lieferten allerdings nur ungefähre Ergebnisse. Relativ klar habe sie den ungefähren Wohnort des Absenders in England lokalisieren können, so Bayer. Aber dann wurden Medienberichte über die Flaschenpost in sozialen Netzwerken und Nachbarschaftsgruppen in England geteilt - und so schließlich der tatsächliche Absender erreicht. Bayer berichtet, er habe sich erst kürzlich mit Tyndall in einem Online-Meeting ausgetauscht. "Adam hat mir live bestätigt, dass er der Absender ist", sagt er. Bayer schließt nun einen Besuch beim Absender in London nicht aus. Konkrete Reisedaten gebe es aber noch nicht. "Den Absender jetzt zu sehen, war spannend, weil ich nicht wusste, wer oder was mich erwartet. Das Größte für mich war, dass wir den überhaupt gefunden haben", sagt Bayer. Vor allem, weil sich Tyndall noch an die Flasche erinnere. Der 28-Jährige habe ihm sogar ein Bild gezeigt, mit der Flaschenpost von damals, als er ungefähr elf Jahre alt war. "Das lag ziemlich nah an dem Alter dran, das ich herausgefunden hatte." Aufgrund der Handschrift sowie aufgrund bestimmter Redewendungen war der Absender laut seiner KI-Analyse zum Zeitpunkt des Abschickens zwischen 11 und 16 Jahre alt.