Datum20.10.2025 07:11
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Wirtschaftswachstum Chinas hat sich im dritten Quartal auf 4,8 Prozent verlangsamt, aufgrund von Problemen im Immobilienmarkt und einem gedämpften Konsum. Während die Regierung ein jährliches Wachstum von rund fünf Prozent anstrebt, besteht wachsender Druck auf Peking, neue wirtschaftliche Impulse zu setzen. Die Deflationsgefahr und Überkapazitäten in der Industrie weisen auf Verbraucherrückhaltung hin. Zeitgleich findet das Treffen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei statt, bei dem die wirtschaftlichen Leitlinien für den kommenden Fünfjahresplan festgelegt werden.
InhaltProbleme auf dem Immobilienmarkt und ein mauer Konsum haben das chinesische Wirtschaftswachstum im Sommer gebremst. Die Regierung steht unter Druck, weil es eine bedenkliche Entwicklung gibt. Chinas Wirtschaftswachstum hat sich im dritten Quartal verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, wie das Nationale Statistikamt mitteilte. Das entsprach zwar den Erwartungen von Analysten, in den ersten beiden Quartalen hatte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt aber noch ein Wachstum um 5,4 Prozent beziehungsweise 5,2 Prozent verzeichnet. Ökonomen machen für den nachlassenden Schwung anhaltende Probleme im Inland verantwortlich. In China herrscht eine Immobilienkrise, die Konsumstimmung ist verhalten. Der Export bleibt eine wichtige Stütze, doch der Handelskrieg mit den USA belastet die Wirtschaft. So kündigte die Volksrepublik strengere Exportkontrollen bei Seltenen Erden an. US-Präsident Donald Trump drohte mit noch höheren Zöllen. Die Regierung in Peking strebt für das Gesamtjahr ein Wachstum von rund fünf Prozent an. Die Daten dürften den Druck auf Peking erhöhen, neue Konjunkturimpulse zu setzen. Fachleute verweisen darauf, dass das Wachstum zu einem nicht unerheblichen Teil von staatlich finanzierten Investitionen getragen wird. Auffällig ist dabei, dass trotz einer immer noch relativ hohen Wachstumsrate die Preise sinken. Eine solche Deflation gilt als Zeichen für Zurückhaltung der Verbraucher und Überkapazitäten in der Industrie. Während des Baubooms in China haben viele Verbraucher einen Großteil ihrer Ersparnisse in Immobilien investiert. Seit dieser Markt kriselt, halten sie ihr Geld stärker zusammen. Die neuen Wachstumszahlen wurden am selben Tag veröffentlicht, an dem sich in Peking das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei trifft. Auf dem sogenannten vierten Plenum sollen bis Donnerstag die wirtschaftlichen Leitlinien für die kommenden Jahre festgelegt werden. Diese münden schließlich in einem neuen Fünfjahresplan, der im März auf dem Volkskongress verabschiedet werden soll.