Datum08.01.2026 12:35
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken laufen umfangreiche Ermittlungen wegen schwerem Fehlverhalten. Laut einem internen Dokument gibt es mehr als 55 Beschuldigte und über 260 Vernehmungen. Die Staatsanwaltschaft führt Verfahren gegen 19 Soldaten wegen Volksverhetzung, verfassungswidriger Kennzeichen und Verstößen gegen das Konsumcannabisgesetz. Zudem werden Vorwürfe zu körperlicher Gewalt, sexuellen Übergriffen und rechtsextremem Verhaltengestellt, einschließlich "Hitlergrüßen" und einer sogenannten Naziparty.
InhaltDie Ermittlungen bei den Fallschirmjägern sind wohl umfassender als bisher bekannt. Ein internes Dokument offenbart laut einem Medienbericht schweres Fehlverhalten. Ermittlungen der Bundeswehr im Fallschirmjägerregiment 26 im rheinland-pfälzischen Zweibrücken sind offenbar umfangreicher als bisher angenommen. Wie das Magazin Spiegel berichtete, führt die Bundeswehr aktuell 55 Beschuldigte, mehr als 260 Vernehmungen haben bereits stattgefunden. Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken hatte zuletzt mitgeteilt, Ermittlungsverfahren gegen 19 Bundeswehrsoldaten mit Mannschafts- und Unteroffiziersdienstgrad zu führen. Dabei gehe es um Vorwürfe der Volksverhetzung, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und mögliche Verstöße gegen das Konsumcannabisgesetz. Eine Anfrage der ZEIT an die Staatsanwaltschaft, ob auch hier weitere Ermittlungen vorgenommen werden, blieb zunächst unbeantwortet. Einem internen Dokument der Bundeswehr zufolge, das dem Spiegel vorliegt, ermittelt die Bundeswehr unter anderem gegen den Chef einer Kompanie, weil dieser eine teilgeladene Pistole aus drei Metern Entfernung auf die Gesichter zweier Soldaten gerichtet haben soll. Weiter wird aus dem Papier zitiert, zwei Ausbilder sollen "entgegen der einschlägigen Vorschrift wiederholte Schläge in den Genitalbereich und auf den Kopf angewiesen haben". Ein weiterer Soldat soll zudem nach der Nahkampfausbildung im Sommer 2025 im Krankenhaus notoperiert worden sein. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hatte berichtet, dass im Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken seit Monaten ermittelt werde. Neben Rechtsextremismus und sexualisiertem Fehlverhalten geht es demnach auch um Gewaltrituale und Drogen. Es habe in Zweibrücken eine "rechtsextreme, offen antisemitische Clique" gegeben, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Regimentsinsider. Frauen in der Truppe hätten Exhibitionismus erlebt und sich Vergewaltigungsfantasien anhören müssen. Es sei zu "Hitlergrüßen und einer angeblichen Naziparty" gekommen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.