Datum08.01.2026 07:07
Quellewww.spiegel.de
TLDRVenezuela meldet nach einem US-Militäreinsatz in Caracas etwa 100 Tote, darunter Zivilisten, und viele Verletzte. Diese Zahl wurde von offiziellen Quellen stark erhöht; zuvor wurden nur 24 getötete Soldaten angegeben. Der kubanische Sicherheitsdienst bestätigte außerdem 32 gefallene Kräfte. Währenddessen erwähnt US-Präsident Trump neue Öl-Geschäfte, die Venezuela und die USA wirtschaftlich verbinden sollen. Die US-Regierung hat bis jetzt keine offiziellen Opferzahlen veröffentlicht. Die Situation bleibt angespannt und die Zahlen sind nicht unabhängig überprüfbar.
InhaltWenige Tage nach dem US-Einsatz in Caracas korrigiert Venezuela die Zahl der Opfer deutlich nach oben. US-Präsident Trump spricht derweil bereits über Öl-Geschäfte – und angeblich gute Deals für das Land. Die Zahl der Toten nach dem US-Angriff in Caracas am Wochenende hat sich nach Angaben Venezuelas verdoppelt. Bei dem Militäreinsatz zur Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro sind nach venezolanischen Regierungsangaben demnach rund 100 Menschen getötet worden. Etwa genau so viele seien bei dem "schrecklichen Angriff" verletzt worden, sagte Innenminister Diosdado Cabello. Die Opferzahl könne noch weiter ansteigen. Unter den Getöteten seien auch Zivilisten, darunter Frauen, die zur Zeit des Angriffs in ihren Häusern schliefen, sagte Cabello. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Venezolanische Behörden hatten zuvor von 24 bei dem Einsatz getöteten Soldaten gesprochen. Kuba bestätigte zudem den Tod von 32 seiner in Venezuela eingesetzten Sicherheitskräfte. Sie waren unter anderem als Leibwächter für die Sicherheit Maduros verantwortlich. Einige der getöteten venezolanischen Soldaten wurden am Mittwoch in Caracas mit militärischen Ehren beigesetzt. Fotos zeigten Särge, die von der venezolanischen Flagge bedeckt waren. Mehr zum klandestinen US-Angriff auf Venezuela lesen Sie hier . Die US-Regierung hat nach dem Angriff vom Wochenende öffentlich keine Opferzahl genannt. US-Medien berichteten unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Beamte von schätzungsweise 75 Toten. US-Präsident Donald Trump ist nach dem Einsatz bereits zum Geschäftlichen übergegangen. "Ich wurde soeben informiert, dass Venezuela mit dem Geld, das sie durch unseren neuen Öl-Deal bekommen, NUR amerikanische Produkte kaufen wird", schrieb er auf Truth Social. Venezuela verpflichte sich, die USA zu seinem wichtigsten Geschäftspartner zu machen, behauptete Trump. Dies sei eine "sehr gute Sache" für die Menschen in Venezuela und in den Vereinigten Staaten. Mit den Öl-Einnahmen sollen Trump zufolge unter anderem US-Agrarprodukte, Medikamente, medizinische Geräte und Ausrüstung zur Verbesserung des venezolanischen Stromnetzes und der Energieanlagen gekauft werden. Die Regierung in Caracas reagierte zunächst nicht auf Trumps Äußerung.