Datum08.01.2026 04:30
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Hamburger Umweltbehörde schätzt, dass das Alstereisvergnügen in diesem Winter unwahrscheinlich ist, da die erforderliche Eisdicke von mindestens 20 Zentimetern für die Sicherheit nicht erreicht werden kann. Obwohl es eisige Temperaturen gibt, wächst die Eisschicht aufgrund ungleichmäßiger Bedingungen langsam. Die letzten Freigaben der Alster fanden 2012 statt, und mit dem Klimawandel sinkt die Wahrscheinlichkeit für ausreichend Frostperioden. Die Behörde warnt vor der Gefahr dünnen und brüchigen Eises auf Hamburger Gewässern.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Winter“. Lesen Sie jetzt „Alstereisvergnügen in Hamburg unwahrscheinlich“. Trotz eisiger Temperaturen rechnet die Hamburger Umweltbehörde derzeit nicht damit, dass das Eis der Außenalster in diesem Winter freigegeben werden kann. "Aktuell ist nicht davon auszugehen, dass die Voraussetzungen für ein Alstereisvergnügen in diesem Jahr gegeben sein werden", teilte ein Behördensprecher auf dpa-Anfrage mit. Das letzte Mal wurde die zugefrorene Außenalster vor fast 14 Jahren freigegeben – im Februar 2012. Damals zog es Tausende Menschen aufs Eis. Damit die Eisfläche Zehntausende Menschen gleichzeitig sicher tragen könne, sei eine durchgehende sogenannte Kerneisdicke von mindestens 20 Zentimetern erforderlich, hieß es von der Behörde. Zwar sollen die Temperaturen vorübergehend milder werden, für die kommenden Tage erwarten Meteorologen aber weitere Schneefälle in Norddeutschland. Am Freitag rechnet der Deutsche Wetterdienst verbreitet mit Neuschneemengen von fünf bis zehn Zentimetern, regional sollen bis zu 15 Zentimeter möglich sein. Vielerorts werden Minusgrade erwartet. Laut Behörde wächst die Eisschicht auch bei niedrigen Temperaturen nur langsam. Selbst bei dauerhaften Temperaturen von Minus zehn Grad nehme die Eisdicke nur etwa einen Zentimeter pro Tag zu, vorausgesetzt keine isolierende Schneeschicht liege darauf. Da die Alster ein fließendes Gewässer ist, sei die Eisdicke zudem sehr ungleichmäßig, hieß es weiter. Unter Brücken, an Einleitungen oder durch Strömungen bleibe das Eis oft gefährlich dünn, selbst wenn es an der Oberfläche stabil wirke. "Eine Freigabe kann daher erst nach umfangreichen Kernbohrungen und einer positiven Gesamtbeurteilung der Tragfähigkeit erfolgen." Angesichts der prognostizierten weiteren klimabedingten Erwärmung sinke die Wahrscheinlichkeit für wochenlange Frostperioden, wie sie für das notwendige Eiswachstum zwingend erforderlich seien, betonte der Sprecher. Sogenannte Eiswinter wird es in Hamburg seltener geben. Damit sind laut Behörde Tage gemeint, an denen die Höchsttemperatur bei unter null Grad liegt. Angesichts des Klimawandels sinkt laut Behörde die Wahrscheinlichkeit für wochenlange Frostperioden und damit auch die Chance auf eine zugefrorene Alster, die von vielen Menschen betreten werden darf. In früheren Jahren wurde die Außenalster immer wieder freigegeben, wenn das Eis dick genug war. Letztmalig war dies laut Behörde 2012 der Fall, davor 1997, 1996, 1991, 1986, 1985 und 1979. Im Jahr 1985 war die Außenalster demnach sogar an drei Wochenenden freigegeben. Die Behörde wies darauf hin, dass beim Betreten von Eisdecken auf Hamburger Gewässern Lebensgefahr bestehe. Das Eis sei dünn und brüchig. © dpa-infocom, dpa:260108-930-512245/1