785 neue Firmen: Bayern hat bei Start-up-Gründungen die Nase vorn

Datum08.01.2026 04:30

Quellewww.zeit.de

TLDRBayern verzeichnete 2025 mit 785 neuen Start-ups einen Rekord bei Unternehmensgründungen und führt im Bundesländervergleich. Dies entspricht einem Anstieg von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. München hat die meisten Gründungen pro 100.000 Einwohner. Der Anstieg wird durch die Nutzung Künstlicher Intelligenz in 27 Prozent der neuen Firmen und eine erleichterte Finanzierung durch Investoren begünstigt. Auf Bundesebene stieg die Zahl der Neugründungen um 29 Prozent auf 3.568, was die Dynamik des deutschen Unternehmertums zeigt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „785 neue Firmen“. Lesen Sie jetzt „Bayern hat bei Start-up-Gründungen die Nase vorn“. Die bayerische Start-up-Landschaft boomt. 2025 entstanden im Freistaat 785 neue Wachstumsfirmen, wie eine Analyse des Startup-Verbands zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das waren 247 beziehungsweise 46 Prozent mehr als vergangenes Jahr und so viele wie noch nie. Damit hat Bayern sowohl bei der Gesamtzahl als auch beim absoluten Wachstum die Nase im Bundesländervergleich vorn. Sachsen, Sachsen-Anhalt und das Saarland weisen zwar etwas höhere prozentuale Steigerungen auf, allerdings auf viel niedrigerem Niveau. Die beiden härtesten Konkurrenten Bayerns im Kampf um die Start-up-Krone waren erneut Nordrhein-Westfalen und Berlin mit 658 beziehungsweise 619 Neugründungen. Beide wuchsen allerdings deutlich langsamer. Allerdings kann der Freistaat bei den Gründungen pro 100.000 Einwohnern nicht mal ansatzweise mit Berlin mithalten. Dort sind es 16,8, in Bayern nur 5,9. Das reicht bundesweit für Platz 3 - ist aber immerhin der mit Abstand beste Wert eines Flächenlandes. Und geht man auf die Ebene der größeren Städte, liegt München mit 19,3 Gründungen pro 100.000 Einwohnern auf Platz eins. Insgesamt macht die Landeshauptstadt mit 290 Gründungen mehr als ein Drittel des bayerischen Wertes aus. In den Landkreisen München und Starnberg im Speckgürtel gibt es allerdings noch etwas höhere Werte von 25,1 und 19,4 Gründungen pro 100.000 Einwohnern. Bundesweit stieg die Zahl der Neugründungen um 29 Prozent beziehungsweise 802 auf 3.568. Das ist ein Rekord und deutlich über dem Wert im Boom-Jahr 2021, als die Corona-Pandemie für einen Digitalisierungsschub sorgte und etwa Lieferdienste und Finanz-Apps beflügelte. Die Zahlen zeigten "den Mut und die Dynamik des deutschen Unternehmertums", sagt Kati Ernst, stellvertretende Vorsitzende des Startup-Verbands.  Grund für die Rekordzahlen ist der Boom um Künstliche Intelligenz, der Gründungen erleichtert und neue Geschäftsfelder eröffnet. 27 Prozent aller gegründeten Start-ups nutzten KI als wichtigen Bestandteil ihres Geschäftsmodells, hieß es in der Studie, die in Zusammenarbeit mit der Analysefirma Startupdetector entstand. Am meisten neue Firmen wurden bundesweit im Software-Sektor gegründet (853). Künstliche Intelligenz präge die Gründungsdynamik in vielen Bereichen, sagte Arnas Bräutigam, Co-Gründer von Startupdetector. "Wir sehen KI immer häufiger dort, wo konkrete Probleme gelöst werden – von Software über Medizin bis hin zu industriellen Anwendungen wird sie das Fundament neuer Geschäftsmodelle." Ein wichtiger Grund für den Gründungsboom dürfte aber auch die Wirtschaftsflaute in Deutschland sein. So machen sich in Krisen üblicherweise viele Menschen aus der Not selbstständig, weil sich Jobchancen verschlechtern. Auch kamen Start-ups zuletzt wieder leichter an Geld von Investoren. © dpa-infocom, dpa:260108-930-512277/1