Datum08.01.2026 01:26
Quellewww.zeit.de
TLDRDie USA planen, Venezuela zu verpflichten, die Erlöse aus seinem Ölverkauf ausschließlich in US-Produkte zu investieren, darunter Agrarprodukte und medizinische Geräte. Präsident Trump betonte, dies diene "Amerikas nationalem Interesse". US-Vizepräsident Vance erklärte, dass Venezuela sein Öl nur verkaufen könne, wenn es den USA nützt. Die US-Regierung kündigte zudem eine Lockerung von Sanktionen an, um den Verkauf venezolanischen Öls zu ermöglichen. Der venezolanische Ölsektor ist eine entscheidende Einnahmequelle für die Regierung.
InhaltDie USA wollen Venezuela verpflichten, die Erlöse aus dem Verkauf seines Öls für den Kauf von US-Waren zu verwenden. Das Öl müsse "Amerikas nationalem Interesse" dienen. Venezuela wird die Einnahmen aus seinen Ölgeschäften mit den USA laut US-Präsident Donald Trump nur in US-Produkte investieren. Das teilte Trump auf seiner Onlineplattform mit. Dazu gehörten unter anderem Agrarprodukte, Medikamente, medizinische Geräte und Ausrüstung zur Verbesserung des venezolanischen Stromnetzes und der Energieanlagen. Venezuela verpflichte sich, mit den USA als Hauptpartner Geschäfte zu machen, schrieb Trump und bezeichnete das als eine kluge Entscheidung und eine "sehr gute Sache" für die Menschen in Venezuela und in den Vereinigten Staaten. Die venezolanische Regierung äußerte sich bisher nicht zu einer etwaigen Einigung. US-Vizepräsident JD Vance sagte, dass Venezuela sein Öl nur dann verkaufen könne, wenn das den Interessen der Vereinigten Staaten diene. "Wir kontrollieren die Energieressourcen, und wir sagen dem Regime: Ihr dürft das Öl verkaufen, solange ihr Amerikas nationalem Interesse dient, ihr dürft es nicht verkaufen, wenn ihr Amerikas nationalem Interesse nicht dienen könnt", sagte Vance dem TV-Sender Fox News. Ihm zufolge haben die USA zudem die die Kontrolle über die Geldströme Venezuelas. Die USA hatten zuvor angekündigt, den venezolanischen Öl-Verkauf "auf unbestimmte Zeit" in ihre Hand zu nehmen. Bereits am Dienstag hatte Trump gesagt, Venezuela werde zwischen 30 und 50 Millionen Barrel (je 159 Liter) sanktioniertes Öl an die USA liefern. Er selbst werde die Einnahmen aus dem Verkauf des Öls kontrollieren – "zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten". Venezuelas staatlicher Ölkonzern PDVSA bestätigte Gespräche mit den USA über den Verkauf von Erdöl. Am Mittwoch kündigte die US-Regierung eine Lockerung von Sanktionen gegen Venezuela an. Ziel sei es, den Transport und den Verkauf venezolanischen Öls auf dem Weltmarkt zu ermöglichen. Welche Sanktionen genau gelockert werden sollen und wann, ging aus der Ankündigung nicht hervor. Das Öl-Geschäft ist für Venezuelas Regierung die wichtigste Einnahme- und Devisenquelle. Zuletzt war China der größte Abnehmer für venezolanisches Erdöl.