Berlin: Zwei Kältebusse nach Brandanschlag »komplett Schrott«

Datum07.01.2026 20:54

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Berlin sind zwei von drei Kältebussen der Stadtmission nach Brandanschlägen komplett zerstört worden, was die Notlage obdachloser Menschen in der extreme Kälte verschärft. Ein dritter Bus ist reparabel, aber nicht sofort einsatzbereit. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung; ein Verdächtiger wurde festgenommen. Dank kurzfristiger Hilfe ist die Kältehilfe mit geliehenen Fahrzeugen aktiv. Die Stadtmission strebt an, ihre drei eigenen Kältebusse zurückzubekommen. Breuer appelliert an die Öffentlichkeit, obdachlose Menschen anzusprechen.

InhaltIn Berlin herrscht Dauerfrost. Für Obdachlose eine lebensbedrohliche Situation, in der die Kältebusse der Stadtmission gebraucht würden. Drei Fahrzeuge wurden jedoch jüngst angezündet. Zwei sind nicht mehr zu retten. Die Vorfälle sorgten für Entsetzen: Innerhalb kurzer Zeit sind in Berlin mehrere Kältebusse der Stadtmission angezündet worden, sie brannten ab. Zwei der insgesamt drei in Brand gesteckten Fahrzeuge sind, wie Sprecherin Barbara Breuer nun sagte, "komplett Schrott". Der dritte Bus könne repariert werden, sei aber noch nicht wieder einsatzbereit. Glück im Unglück: Dank spontaner Hilfe muss das Angebot der Kältebusse nicht eingeschränkt werden. Zurzeit ist die Kältehilfe der Stadtmission mit drei geliehenen Fahrzeugen unterwegs. Ziel sei es, die kaputten Busse zu ersetzen. "Wir wollen wieder mit drei eigenen Bussen auf der Straße sein", so Breuer. Ein Kältebus, auch Wärmebus, Kältehilfebus, Mitternachtsbus oder Winterbus genannt, ist ein Angebot der Obdachlosenhilfe in vielen Städten Deutschlands. In den kälteren Monaten fahren haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter von Hilfsorganisationen damit nachts durch Großstädte und suchen Obdachlose auf. In Berlin herrschten zuletzt auch tagsüber Temperaturen von deutlich unter null Grad. In Berlin wurden zwei solcher Busse kurz nach Weihnachten angezündet: Am 28. Dezember standen beide in Flammen, am Neujahrstag brannte auch das dritte Fahrzeug des gemeinnützigen Vereins aus. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Den Angaben nach steht ein 43-jähriger Mann im Verdacht, den Brand am 1. Januar verursacht zu haben. Es wurde Haftbefehl erlassen. Der Mann ist laut Polizei bereits aus verschiedenen Ermittlungsverfahren polizeilich bekannt. Unklar ist bislang, ob es einen Zusammenhang mit den Bränden von Ende Dezember gibt. Ein Zeuge hatte nach Angaben der Polizei in Moabit beobachtet, wie eine unbekannte Person bei dem Bus stand und dieser kurz darauf in Brand geriet. "Die Ermittlungen dauern an", sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Schnee und Eis erschweren das Leben wohnungsloser Menschen auf der Straße, vor allem nachts. Hier können Kältebusse und Kleiderkammern helfen – aber auch jede und jeder Einzelne kann etwas tun: "Sprechen Sie die Leute freundlich an. Vielleicht retten Sie Leben", sagte Breuer zum SPIEGEL. Das gesamte Interview lesen Sie hier.