Minneapolis: Frau bei ICE-Razzia erschossen

Datum07.01.2026 20:13

Quellewww.spiegel.de

TLDRBei einer ICE-Razzia in Minneapolis wurde eine Autofahrerin erschossen, nachdem sie angeblich versucht hatte, Einsatzkräfte zu überfahren. Die Frau war die Ehefrau eines prominenten Aktivisten. Der Vorfall geschah im Rahmen umfangreicher Einwanderungskontrollen unter der Trump-Regierung, die auch einen Bezug zu mutmaßlichem Sozialbetrug von somalischen Einwohnern hat. Nach dem Schuss protestierten viele Menschen gegen die Behörden. Minneapolis’ Bürgermeister kritisierte die Vorgehensweise der Bundesbeamten und bekundete seine Unterstützung für die Einwanderergemeinschaft.

InhaltBei einem groß angelegten Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ist eine Autofahrerin in Minneapolis tödlich verletzt worden. Unmittelbar nachdem Beamte auf die Frau schossen, versammelten sich Demonstranten am Tatort. Ein Beamter der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE hat in Minneapolis eine Autofahrerin erschossen. Nach Angaben des Heimatschutzministeriums soll die Frau angeblich versucht haben, während eines Einsatzes im Rahmen einer umfassenden Einwanderungsrazzia Einsatzkräfte zu überfahren. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf das Büro der demokratischen Senatorin Tina Smith, bei dem Todesopfer handele es sich um die Ehefrau ‌eines prominenten Aktivisten. Die Tat ereignete sich demnach am Mittwoch in einem Wohngebiet südlich der Innenstadt, wie eine Sprecherin des Heimatschutzministeriums mitteilte. Der Vorfall markiert eine Zuspitzung der laufenden Einwanderungskontrollen in mehreren US-Großstädten unter der Regierung von Ex-Präsident Donald Trump. In Minneapolis und der benachbarten Stadt St. Paul sind seit Dienstag mehr als 2000 Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Laut Behörden stehen die Razzien auch im Zusammenhang mit Ermittlungen zu mutmaßlichem Sozialbetrug unter Einwohnerinnen und Einwohnern mit somalischer Herkunft. Nach Angaben von Heimatschutzministerin Kristi Noem sind bei der Operation in den ersten 24 Stunden bereits mehrere Hundert Menschen festgenommen worden. Nach dem tödlichen Schuss versammelten sich Dutzende Menschen am Tatort, um gegen die Behörden zu protestieren. Demonstrierende riefen "Schande!" und "ICE raus aus Minnesota!". Minneapolis’ Bürgermeister Jacob Frey warf den Bundesbeamten zuvor vor, in der Stadt Chaos zu verursachen. "Wir stehen fest an der Seite unserer Einwanderer- und Flüchtlingsgemeinschaften", erklärte Frey in den sozialen Medien. Das betroffene Viertel liegt unweit des Ortes, an dem 2020 George Floyd bei einem Polizeieinsatz getötet wurde. US-Präsident Donald Trump bläht die Abschiebebehörde ICE mit 75 Milliarden Dollar auf. Wie brutale Einsatzvideos das Land erschüttern, lesen Sie hier  .