Öltanker: Russland nennt US-Zugriff auf Tanker illegal

Datum07.01.2026 18:41

Quellewww.spiegel.de

TLDRRussland kritisiert die US-Festsetzung eines unter russischer Flagge fahrenden Öltankers im Nordatlantik als illegal und bezeichnet es als "Piraterie". Das russische Verkehrsministerium argumentiert, dass dies gegen das Seerecht verstößt. Die USA beschlagnahmten den Tanker, um Öltransporte aus Venezuela zu blockieren. Auch ein weiterer Tanker wurde in der Karibik gestoppt. Russland fordert die Rückkehr der Besatzung und eine faires Behandlung, während die USA den Vorgang als effektive Seepolitik verteidigen.

InhaltMoskau hat die Festsetzung des Öltankers unter russischer Flagge scharf kritisiert. Ein hochrangiger Politiker spricht sogar von "Piraterie". Die USA zeigen sich unberührt. Russland wirft den USA wegen der Beschlagnahmung des Öltankers im Nordatlantik einen Verstoß gegen das Seerecht vor. "Gemäß dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 gilt auf hoher See die Freiheit der Schifffahrt, und kein Staat hat das Recht, Gewalt gegen Schiffe anzuwenden, die ordnungsgemäß in der Gerichtsbarkeit anderer Staaten registriert sind", erklärte das russische Verkehrsministerium in einer Stellungnahme. Zudem teilte das Ministerium mit, dass der Kontakt zu dem Schiff "Marinera" abgebrochen sei, nachdem US-Seestreitkräfte geentert hatten. Die USA hatten mit Unterstützung von Großbritannien einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker im Atlantik beschlagnahmt. Vorausgegangen war eine wochenlange, dramatische Verfolgungsjagd auf hoher See. Die US-Küstenwache versuchte im vergangenen Monat in der Karibik, die "Bella 1" zu entern, als sie sich mutmaßlich auf dem Weg nach Venezuela befand. Das Schiff soll eine Blockade ausgetrickst haben, indem es Namen und Beflaggung änderte. Ziel der USA war eine Blockade der Öltransporte aus Venezuela. Schon bevor die USA Venezuela angriffen und den venezolanischen Präsidenten gefangen nahmen, hatte Trump eine Seeblockade für "sanktionierte Öltanker" angeordnet. "Nach einer ›Strafverfolgungsaktion‹, bei der mehrere Dutzend Menschen in Venezuela getötet wurden, haben die USA nun offen Piraterie auf hoher See betrieben", schrieb Andrei Klishas, ein Abgeordneter der Regierungspartei "Einiges Russland", auf Telegram. Russland forderte von den Vereinigten Staaten eine humane und angemessene Behandlung der russischen Besatzungsmitglieder und ihre rasche Rückkehr nach Hause, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Außenministerium mit. Zudem forderte das Ministerium die amerikanische Seite auf, die rasche Rückkehr der Besatzung in die Heimat nicht zu behindern. Die USA setzten einen weiteren Tanker in der Karibik fest. Laut US-Militär war das Schiff staatenlos und führte "illegale Aktivitäten in der Karibik" durch, heißt es in einer Mitteilung. Heimatschutzministerin Kristi Noem schrieb auf X  zu den Beschlagnahmungen der beiden Öltanker: "Das ist die beste Kampftruppe unseres Landes in Höchstform. Das ist ›America first‹ auf See."