Datum07.01.2026 15:23
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Bundesregierung sieht den Schutz der Arktis als Aufgabe der NATO und widerspricht den US-Ansprüchen auf Grönland, die Präsident Trump mit Sicherheitsinteressen begründet. Regierungssprecher Kornelius betont, dass die NATO für die Sicherheit der Region verantwortlich sei und Grönland der Bevölkerung sowie Dänemark gehöre. Er unterstützt die Erklärung mehrerer europäischer Staaten, die Dänemarks Position stärken und gegen die einseitigen Ansprüche der USA plädieren. Die Grundprinzipien des Völkerrechts sollten gewahrt bleiben.
InhaltDie USA begründen ihren Wunsch nach einer Kontrolle über Grönland mit Sicherheitsinteressen in der Arktis. Deutschland verweist dazu auf die Zusammenarbeit in der Nato. Im Streit zwischen den USA und europäischen Staaten über den Anspruch auf Grönland hebt die Bundesregierung die Bedeutung der Region für die Nato hervor. Das dem Thema zugrundeliegende Bedürfnis nach mehr Sicherheit im arktischen Raum sei berechtigt und eine "valide Grundthematik", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt behauptet, China und Russland hätten Grönland im Visier. Um die Sicherheitsinteressen der USA zu wahren, müsse Grönland unter US-Kontrolle kommen. Dem widersprach Kornelius nun: Die Sicherheit der Arktisregion ließe sich vor allem innerhalb der Nato gewährleisten, sagte der Regierungssprecher. "Die Nato hat deutlich gemacht, dass die Arktisregion auch für sie von prioritärer Bedeutung ist und dass die Bündnispartner ihre Anstrengungen im Norden verstärken müssen und werden", sagte Kornelius. "Und das gibt eine Antwort auch auf amerikanische Sicherheitsbedürfnisse." Von jüngsten Formen der Drohungen seitens der US-Regierung halte die Bundesregierung wenig, sagte Kornelius. Die Grundprinzipien des Völkerrechts, insbesondere staatliche Souveränität und territoriale Integrität, müssten immer und überall gelten: "Grönland gehört seiner Bevölkerung, Dänemark und Grönland, und nur sie alleine entscheiden über Angelegenheiten in Dänemark und Grönland." Damit wiederholte Kornelius die Erklärung mehrerer europäischer Staaten vom Dienstag, in der Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien der Regierung Dänemarks den Rücken stärkten. Dänemark hatte zuletzt vor einem Ende der transatlantischen Zusammenarbeit und damit auch der Nato gewarnt, falls sich die USA Grönland einseitig einverleibten. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.