Datum20.10.2025 04:34
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie AfD in Bad Dürkheim plant, US-Präsident Donald Trump die Ehrenbürgerwürde des Landkreises zu verleihen. Der Antrag basiert auf Trumps angeblichen Verdiensten im Israel-Gaza-Konflikt und seinen deutschen Wurzeln in Kallstadt. Eine Entscheidung wird am 29. Oktober getroffen, jedoch gibt es Skepsis über die Erfolgsaussichten des Antrags. Kallstadts Bürgermeister und andere politische Vertreter kritisieren den Vorstoß der AfD und betonen die Notwendigkeit einer intensiven Diskussion über Ehrenbürgerschaft.
InhaltGeht es nach der AfD in Bad Dürkheim, erhält US-Präsident Trump die Ehrenbürgerwürde des pfälzischen Landkreises. Kommende Woche wird über den Antrag entschieden. Große Hoffnungen kann sich die Partei wohl nicht machen. US-Präsident Donald Trump soll nach dem Willen der AfD in Bad Dürkheim die Ehrenbürgerwürde des pfälzischen Landkreises erhalten. "Auslöser für unseren Antrag im Kreistag ist, dass Donald Trump den Israel-Gaza-Konflikt befriedet und dafür gesorgt hat, dass die israelischen und acht deutsche Geiseln freigekommen sind", sagte der örtliche AfD-Fraktionsvorsitzende Thomas Stephan. Er verwies auf Trumps Vorfahren, die aus dem Ort Kallstadt im Landkreis Bad Dürkheim kommen. Über den Antrag hatte zuvor "Die Rheinpfalz" berichtet. Der Landkreis Bad Dürkheim bestätigte einen entsprechenden Antrag der AfD-Kreistagsfraktion. In der Sitzung am 29. Oktober werde darüber beraten und entschieden. Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld teilte mit, er wolle der Entscheidung des Kreistags nicht vorgreifen – er könne sich aber nicht vorstellen, dass die Anträge der AfD-Fraktion eine Mehrheit finden. "Unabhängig davon, ob man überhaupt einen Ehrenbürger Donald Trump will, muss die Frage der Ehrenbürgerschaft und gegebenenfalls der Kriterien hierzu in den Kreisgremien intensiv beraten werden", sagte der CDU-Politiker. Kallstadts Bürgermeister Thomas Jaworek kritisierte den Vorstoß scharf. "Die AfD ist im Ortsgemeinderat von Kallstadt nicht vertreten", sagte der CDU-Politiker. Der Ort stehe zur kommunalen Selbstverwaltung. "Wir verwehren uns gegen den Versuch der Einmischung einzelner Fraktionen auf höheren kommunalen Ebenen", sagte Jaworek. In Kallstadt wuchs Trumps Großvater Friedrich auf, bevor er 1885 in die USA auswanderte (mehr zu Trumps deutschen Wurzeln hier). Die Partei Die Republikaner war 2017 in Kallstadt beim Versuch gescheitert, Trump zum Ehrenbürger des Ortes ernennen zu lassen. Die AfD hat nach eigenen Angaben eine Ehrenbürgersatzung für den Kreis Bad Dürkheim verfasst. "Wir gehen davon aus, dass auch vernünftige Parteien im Kreistag unserem Antrag zustimmen", sagte Stephan. "Wer will dem Führer der freien Welt, der bereits viele politische Erfolge hatte, diese Ehrung verweigern?"