Datum07.01.2026 10:43
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Dezember 2023 stieg die Arbeitslosigkeit in Deutschland erneut um 23.000 auf 2.908.000, mit einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent. Die BA sieht Anzeichen für das Erreichen des Tiefpunkts des Arbeitsmarktes, erwartet jedoch eine späte Erholung erst ab Mitte 2026. Im Vergleich zum Vorjahr waren 101.000 mehr Menschen arbeitslos. Die Zahl der Erwerbstätigen sank hingegen leicht. Der BA-Stellenindex fiel um 5 Punkte gegenüber dem Vorjahr, was auf eine schwache Arbeitskräftenachfrage hinweist.
InhaltDie Arbeitslosigkeit in Deutschland lag im Dezember höher als im Vormonat. Nach Angaben der Agentur für Arbeit gibt es jedoch Anzeichen, dass der Tiefpunkt erreicht ist. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Dezember erneut gestiegen. Nach Angaben der Agentur für Arbeit (BA) stieg die Zahl der Arbeitslosen zum Jahresende um 23.000 auf 2.908.000. Saisonbereinigt erhöhte sie sich gegenüber dem Vormonat um 3.000. Die Arbeitslosenquote stieg somit gegenüber dem Vormonat ebenfalls – um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Die Erwerbslosenquote lag im November indes bei 3,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach dem Erwerbskonzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) feststellte. Die Zahl der Erwerbstätigen sank demnach gegenüber dem Vormonat geringfügig um 1.000. Gegenüber dem Vorjahr ist sie mit 46,19 Millionen Personen um 49.000 geringer. "Dem Arbeitsmarkt fehlt weiterhin wirtschaftlicher Rückenwind. Auch zum Jahresende hält daher die schwache Entwicklung an", sagte die BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles. Unter dem Strich stehe der Arbeitsmarkt schwächer da als vor einem Jahr, hieß es weiter. "Es deutet aber einiges darauf hin, dass wir die Talsohle erreicht haben", sagte Nahles mit Blick auf positive konjunkturelle Prognosen. "Nimmt die Wirtschaft Fahrt auf, erholt sich auch der Arbeitsmarkt mit zeitlicher Verzögerung." Es sei dann erstmals seit drei Jahren ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit möglich – allerdings nicht vor Mitte 2026. Verglichen mit dem Vorjahresmonat lag die Arbeitslosenzahl um 101.000 höher; die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte. Im Dezember erhielten 1.033.000 Menschen Arbeitslosengeld. Das waren 102.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten sank den Angaben nach im Dezember auf 3.824.000. Im Vorjahresmonat waren es 122.000 Personen. 7,0 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren somit hilfebedürftig. Die Unterbeschäftigung sank indes saisonbereinigt im Dezember gegenüber dem Vormonat um 3.000. Im Jahr zuvor lag sie mit 3.572.000 um 3.000 niedriger. Bei der Unterbeschäftigung werden neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt. Den Angaben nach wurde vom 1. bis einschließlich 29. Dezember zudem für 41.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen erst bis Oktober 2025 zur Verfügung. Im Dezember verzeichnete die BA 619.000 gemeldete Arbeitsstellen. Das waren 35.000 weniger als vor einem Jahr. Der BA-Stellenindex (BA-X) stieg im Dezember 2025 um einen Punkt auf 101 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fiel der BA-X um 5 Punkte geringer aus. Der BA-X misst die Nachfrage nach Personal in Deutschland und berücksichtigt neben dem Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auch den Zugang. Im Jahresdurchschnitt stiegen die Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung 2025 deutlich. Laut BA war die Arbeitskräftenachfrage einerseits zu schwach, um das zunehmende Arbeitsangebot aufzunehmen, andererseits passten die Profile der Arbeitslosen oftmals nicht zur Nachfrage. Die Chance einer Beendigung von Arbeitslosigkeit durch Beschäftigungsaufnahme liegt damit auf einem historisch niedrigen Niveau.